Weil sich das letzte reguläre Treffen deutscher Schriftsteller der berühmten "Gruppe 47" in der Pulvermühle heuer zum 50. Mal jährt, wollte die Stadt Waischenfeld ursprünglich eine Gedenkfeier veranstalten. Nun scheint es jedoch anders zu kommen.
Denn der Stadtrat gab nun gegen die Stimmen von Udo Lunz (SPD) und Herbert Neubauer (FWSL) grünes Licht für die Erstellung eines Konzepts durch die Bayreuther Firma "KulturPartner". Diese will ein Projekt mit Langzeitwirkung für Waischenfeld und die gesamte Region entwickeln.
Ehrenamtlich betreut dieses Projekt die 74-jährige Kulturwissenschaftlerin Karla Fohrbeck aus Neudrossenfeld. Am Telefon ist sie kurz angebunden. Über das Konzept will sie noch nichts verraten. Auch nicht über die Sponsoren.
Sie arbeite ehrenamtlich bei "KulturPartner" und habe aktuell noch sieben weitere große Projekte am Laufen. Wie Fohrbeck noch sagte, soll mit dem Projekt das "literarische romantische Eckchen wieder entdeckt werden". Weiteres will sie jetzt mit der Presse nicht diskutieren, sondern erst Taten sprechen lassen. "Wir suchen nach Zuschussgebern", so Fohrbeck. Dann bricht sie das Gespräch ab und legt auf.
In der der Stadtratssitzung nannte Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) Kosten von rund 70 000 Euro für ein Literaturfestival, das alle zwei Jahre mit der Auslobung eines Literaturpreises für Nachwuchsschriftsteller verbunden sein könnte. Wie Pirkelmann sagte, komme der Landkreis Bayreuth nicht umhin, sich mit dem gleichen Betrag wie die Stadt zu beteiligen. Diesen Betrag für die Stadt wollen die Stadträte auf 10 000 Euro gedeckelt wissen.


Sondermittel vom Freistaat

Wie Pirkelmann des Weiteren informierte, habe die Oberfrankenstiftung einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent signalisiert. 23 000 Euro könnte es in Form von Sonderfördermitteln vom Freistaat geben.
"Die meisten Einnahmen sind Zuschüsse. Daher ist das Risiko überschaubar und der Stadtrat hat immer die Hand drauf", sagt Pirkelmanns Stellvertreter Thomas Thiem (CSU).
Im Fraunhofer-Forschungscampus Waischenfeld könnte möglicherweise die zentrale Festivität steigen. Auch der neue Besitzer der Pulvermühle habe seine Mitwirkung zugesichert, hieß es. Neben Ausstellungen, Lesungen oder Podiumsdiskussionen könnte nahe der Pulvermühle auch eine Gedenkstele aufgestellt werden, die an das Treffen der "Gruppe 47" erinnert. Von der Hammermühle aus führt der noch geschotterte Kaspar-Bezold-Weg zur Pulvermühle. Eine Asphaltierung dieses überörtlichen Wanderweges auf drei Meter Breite würde laut Pirkelmann 44 000 Euro kosten.
Da vom Freistaat für den Radwegebau auch für den Kaspar-Bezold-Weg schon einmal ein Zuschuss im Gespräch war, will Pirkelmann nun versuchen, für die Asphaltierung bis zu Pulvermühle 30 000 Euro Fördermittel zu bekommen. Dann könnten die Teilnehmer des Festivals die Pulvermühle trockenen Fußes erreichen.