In den Rötgärten in Hallerndorf rollten am Dienstag die Bagger an. Hier verlegen die Tiefbauer das erste Stück Leitung des durch die Naturstrom AG geplanten Nahwärmenetzes. Im Juni hatte die Gemeinde dem Flächennutzungsplan, dem Bebauungsplan und den Bauanträgen für Heizhaus und Solarthermieanlage sowie dem Gestattungsvertrag für die Verlegung der Leitungen zugestimmt. Nun freuen sich Naturstrom AG, Gemeinde und die künftigen Anschlussnehmer auf eine erfolgreiche Umsetzung. Das schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
"Ich habe derzeit eine 25 Jahre alte Ölheizung", sagte der zukünftige Anschlussnehmer Dieter Hoppe, der beim ersten Baggerhieb mit dabei war. "An dieser müsste ich bald einzelne Komponenten austauschen, da kommt das neue Nahwärmenetz wie gerufen. Ich freue mich auf die erste Wärme, die bei mir ankommt", sagte Hooppe weiter.


Beziehbar ab Dezember

Das Herzstück des Nahwärmenetzes wird das Heizhaus, das am Fuße des Kreuzberges entstehen soll. Fünf Heizkessel erzeugen mit Holz-Hackschnitzeln und -Pellets genügend Wärme für über 100 Gebäude.
Zusätzlich speist eine 1304 Quadratmeter große Freiflächen-Solarthermieanlage dank der Kraft der Sonne Wärme in das System ein. Zunächst wird im ersten Bauabschnitts das Nahwärmenetz verlegt, dessen Anwohnerinnen und Anwohner bereits ab dem 1. Dezember Wärme beziehen können. Netz-erweiterungen sind für das kommende Jahr geplant. Voraussichtlich beginnen im September dann auch die Bauarbeiten für das Heizhaus. Dafür hat sich die Naturstrom AG etwas Besonderes überlegt: Heizzentrale und Solarthermieanlage sollen auf Bürger möglichst ansprechend wirken und sich harmonisch in die Landschaft einfügen.
Daher sieht das Außenkonzept für das holzverkleidete Heizhaus Sitzbänke zum Verweilen und eine Begrünung vor. Durch eine große Glasscheibe kann die Heiztechnik von jedermann bestaunt werden. "Das offene Heizhaus ist die gelebte Energiewende. Bei einem Spaziergang in Richtung Kreuzberg kann jeder einen Eindruck davon gewinnen, wie in Hallern-dorf nachhaltige Wärme erzeugt wird. Ganz nach dem Vorbild des Bioenergiedorfes Willersdorf ist nun Hallerndorf die zweite Ortschaft in unserer Gemeinde, deren Anwohnerinnen und Anwohner regenerativ mit Wärme versorgt werden können", freut sich Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG), der am Dienstag auch vor Ort war. Die Naturstrom AG investiert nach eigenen Angaben insgesamt rund 3,51 Millionen Euro in das Projekt. red