Die VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach, Mittelfrankens zweitgrößte Genossenschaftsbank mit rund 35 000 Mitgliedern, hat ihre Bilanzsumme im vergangenen Jahr von 1,66 Milliarden Euro (2018) auf 1,78 Milliarden Euro gesteigert. "Das Geschäftsjahr 2019 war von Wachstum geprägt", erklärt der Vorstandsvorsitzende Johannes Hofmann mit Blick auf die Geschäftszahlen in einer Pressemitteilung des Kreditinstituts.

Allerdings habe dieses Wachstum auch Schattenseiten, ergänzt Vorstandsmitglied Hans-Peter Lechner, da der Einlagenüberhang wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank nicht mehr rentierlich angelegt werden könne. Dennoch sei die VR-Bank auch hinsichtlich der neueren EU-Pläne etwa zur Einlagensicherung "zukunftsorientiert aufgestellt", was an den wichtigsten Zahlen abzulesen sei: Das Kreditvolumen konnte um 4,6 Prozent auf 975 Millionen Euro ausgeweitet werden, prozentual noch stärker (+ 6,3 Prozent) stiegen die darin enthaltenen Wohnungsbaukredite von 518 auf 550 Millionen Euro. "Das Kreditgeschäft wird vom Boom am Bau getragen", so Hofmann.

Die Kreditnachfrage steigt

"Die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen in der Region ist und bleibt eine unserer Stärken", betont Lechner. 2019 sei die Kreditnachfrage um 4,1 Prozent gestiegen: "Unsere Unternehmenskunden waren weniger vom schwankenden Exportgeschäft abhängig und profitierten mehr von der stabilen Binnenkonjunktur."

Basierend auf dem Regionalprinzip, der damit verbundenen Kundennähe und den guten Marktkenntnissen, gelte es in der jetzigen Corona-Krise, durch individuelle Maßnahmenpakete die Wirtschaftsleistung der Unternehmen vor Ort zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Denn laut einer Umfrage der DZ Bank (Zentralinstitut der deutschen Genossenschaftsbanken) habe trotz solider Eigenkapitalausstattung bereits ein Fünftel der deutschen Mittelständler staatliche Förderkredite beantragt und acht Prozent sähen sich schon jetzt gezwungen, ihren Personalbestand zu reduzieren. Die VR-Bank selbst könne mit einer kontinuierlichen Beschäftigungszahl von 309 Mitarbeitern aufwarten.

Der Einlagenzufluss setzte sich trotz des Niedrigzinsumfelds ungebrochen fort: Die Kunden hatten der VR-Bank zum Jahresende Einlagen in Höhe von 1,43 Milliarden Euro anvertraut (Vorjahr: 1,35 Milliarden Euro). "Aus traditionellen Sparern erfolgreiche Wertpapier-Anleger machen" - der Erfolg dieses Konzeptes, für Kunden höhere Renditen am Kapitalmarkt zu erzielen, werde in einem größeren Anlagevolumen bei den genossenschaftlichen Verbundpartnern sichtbar: Union Investment - Bestand 387 Millionen Euro (Vorjahr 326 Millionen Euro); R+V Versicherung - Abschlussvolumen 29,4 Millionen Euro (Vorjahr 20,9 Millionen Euro).

Das veränderte Kundenverhalten habe sich zugleich für die VR-Bank ausgezahlt: Ihr Wertpapierertrag stieg um mehr als 13,8 Prozent auf 3,65 Millionen Euro. Das gesamte betreute Kundenanlagevolumen (Kundenanlagen plus Kredite) erhöhte sich um 7,9 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro (Vorjahr 3,26 Milliarden Euro).

Ihre Eigenkapitalausstattung konnte die VR-Bank weiter stärken: Die Gesamtkapitalquote belief sich zum Jahresende 2019 auf 16,06 Prozent, als Jahresüberschuss konnten rund 1,37 Millionen Euro (Vorjahr 1,56 Millionen Euro) erwirtschaftet werden. "Das ist ein solider Puffer für alle Herausforderungen, die mit der Corona-Krise sowie in den kommenden Jahren auf uns einstürmen", so Hofmann.

"Viele schaffen mehr" lautet die Devise des genossenschaftlichen Vordenkers Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Dass das keine leere Worthülse sei, würden auch die kreativen Spendenkonzepte der Bank beweisen: Jährlich werden mit einer Gesamtsumme von 200 000 Euro soziale, kulturelle, sportliche Ideen vor Ort gefördert - in diesem Jahr sollen bei der Vergabe der Spenden besonders Betroffene der Corona-Krise berücksichtigt werden. red