Zwei Filialen in Erlangen schließt die VR-Bank im Sommer. Zusätzlich werden in Kürze zwei Geschäftsstellen in Herzogenaurach dicht gemacht. Das haben die Mitglieder der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach (ERHH) am Mittwochabend in der Heinrich-Lades-Halle beschlossen.
Die Geschäftsstellen Erlangen-Süd und Erlangen, Nürnberger Straße, schließen zum 1. August. Die Filialen in Niederndorf und Lohhof tun dies bereits zum 1. Juli diesen Jahres. Alle vier Geschäftsstellen werden in Selbstbedienungs-Filialen mit Geldautomat umgewandelt. Auf der Mitgliederversammlung hat sich VR-Bank gleichzeitig auf ein neues Filialkonzept geeinigt. Zukünftig soll es vier Beratungszentren, drei Beratungsfilialen mit verlängerten Öffnungszeiten, zehn "normale" Beratungsfilialen sowie drei Servicefilialen und 14 SB-Filialen in der Region geben. Hinzu kommen die virtuelle Online-Filiale und das telefonische Kunden-Service-Center.
Laut Vorstand Johannes Hofmann müsse sich die VR-Bank auf ein sich wandelndes Kundenverhalten einstellen. "Immer, alles, überall!" sei die Devise der modernen Kunden. Die einfachen Bankgeschäfte wollen diese heute schnell am Automaten, Telefon oder im Internet erledigen. Für komplexere Finanzfragen werde persönliche Beratung auf höchstem Niveau erwartet.
Hintergrund der neuen Geschäftsstellenstrategie ist der Kostendruck durch Faktoren wie Digitalisierung und Null-Zins-Politik. Damit einhergehen könnte langfristig auch ein moderater Personalabbau. Derzeit beschäftigt die VR-Bank ERHH noch über 300 Mitarbeiter. In der heutigen Bankenwelt seien besonders hochqualifizierte Mitarbeiter gefragt, erklärt Bankvorstand Hofmann.


Fusion ist gescheitert

Ein weiteres Mittel zur Kostensenkung sind Bankenfusionen. Ende 2015 ist der geplante Zusammenschluss mit der aufstrebenden VR-Bank Forchheim allerdings gescheitert. Bayernweit verstärkt sich derzeit der Trend zur Fusionierung sogar noch, sagt der Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). "Im vergangenen Jahr fanden sieben Fusionen statt, für das laufende Jahr rechnen wir derzeit mit einem Dutzend Zusammenschlüssen", sagt GVB-Chef Jürgen Gros. Über neue Zusammenschlüsse sei laut einer Sprecherin bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch in Erlangen nicht gesprochen worden. In der Zukunft können derartige Überlegungen freilich wieder aktuell werden.