Als Vermittler zwischen Orient und Okzident wird der fränkische Dichter Friedrich Rückert in einem Vortrag von Professor Ralf Georg Czapla am Donnerstag, 15. September, vorgestellt.
Der in Schweinfurt geborene Dichter und Orientalist Friedrich Rückert (1788-1866) ist heute zumeist nur noch als Textgeber für Komponisten wie Robert Schumann, Franz Schubert, Johannes Brahms oder Gustav Mahler bekannt. "Du bist die Ruh" und die Kindertotenlieder gehören zu den Höhepunkten eines jeden Liederabends und wurden von bedeutenden Interpreten wie Dietrich Fischer-Dieskau und Christian Gerhaher eingespielt. Mit politischen Liedern, Trauergesängen, Liebes- und Frühlingspoesie zeigt sich Rückerts Werk jedoch von einer enormen formalen und thematischen Breite. Stärker noch als seine eigenen Verse haben seine Übersetzungen und Nachdichtungen aus dem Arabischen gewirkt. Mit ihnen suchte der Franke, den christlichen Kulturkreis dem islamischen anzunähern und eine Brücke der Verständigung zwischen diesen beiden in der Geschichte so oft als miteinander unvereinbar empfundenen Kulturen zu schlagen. Der Vortrag stellt Rückert als Dichter- und Gelehrtenpersönlichkeit vor und legt einen Querschnitt durch sein vielfältiges Schaffen. Schwerpunkte bilden unter anderem die Gedichte von Rom, die Kriegssonette, die Übersetzungen aus dem Arabischen und dem Sanskrit sowie die Übertragung des Koran. An Vertonungen namhafter Komponisten wird beispielhaft die musikalische Rezeption von Rückert Gedichten gezeigt werden. Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Czapla ist Vorsitzender der Rückert-Gesellschaft und einer der profundesten Kenner der Rückert-Biografie.Veranstaltungsort ist der Kultursaal in Seßlach, Luitpoldstraße 3, Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. red