In einem Vortrag mit Film im Rahmen der Jüdischen Kulturtage referiert Jim Tobias am Montag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses von Bad Kissingen über die "Vorübergehende Heimat im Land der Täter. Jüdische DP-Camps in Franken 1945-1949."

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten in Franken rund 16 000 jüdische Displaced Persons (DPs) und warteten auf eine Auswanderungsmöglichkeit nach Palästina oder Übersee. In den 28 Camps, darunter zwei Kinderlager und 18 landwirtschaftliche Kibbuzim, kam es zu einer Wiedergeburt des osteuropäischen Judentums. Während die Juden in den Kibbuzim eine landwirtschaftliche Ausbildung erhielten, entstanden in den Camps Zentren jüdischer Kultur.

Mit langjähriger Forschung gelang es Jim Tobias, die Lebenssituation der jüdischen DPs in Franken zu rekonstruieren. Er wird dieses Kapitel der fränkischen Nachkriegsgeschichte mit Beispielen aus der Region und einem Film über das jüdische Waisenhaus in Ansbach-Strüth in Erinnerung rufen. Jim Tobias, freier Journalist und Historiker, ist Mitbegründer und Leiter des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Karten sind an der Abendkasse erhältlich. red