Wenn die Tage kürzer werden, erhöht sich auch die Wildunfallgefahr. Hinzu kommen noch Herbstlaub, Nässe und Nebel, die als eine zusätzliche Gefahrenquelle zu sehen sind, denn sie verlängern die Bremswege.

Nach Ansicht des bayerischen Innenministeriums liegen die Hauptursachen für die immer noch hohe Zahl der Wildunfälle im wachsenden Straßenverkehr und den häufig unangepassten Geschwindigkeiten.

Deshalb appellieren auch die Jagdschutz- und Jägervereine, Kreisgruppen Lichtenfels und Bad Staffelstein, sowie der Bayerische Jagdverband an die Verkehrsteilnehmer, Grundbesitzer und Straßenbaulastträger, mit dazu beizutragen, dass sich die Zahl der Wildunfälle verringert. Im vergangenen Jahr gab es in Bayern 70 314 Unfälle mit Wildtieren. Das bedeutet, dass jeder fünfte bis sechste Autounfall auf einen Zusammenstoß mit einem Wildtier zurückzuführen war. Statistisch gesehen ereignet sich auf deutschen Straßen fast alle zwei Minuten ein Wildunfall. Im Landkreis Lichtenfels gab es im Jagdjahr 2017/18 419 Wildunfälle.

Die größte Gefahr für einen Unfall besteht in der Morgen- und Abenddämmerung, denn das Niederwild ist meist zwischen 17 Uhr abends und 8 Uhr morgens auf Nahrungssuche und behält unabhängig von Straßenverläufen seine gewohnten Wechsel bei. Aber auch entlang von Hecken und aus Ackerbaukulturen kann das Wild unvermittelt auftauchen, wobei manchmal nur ein kurzer Schatten oder das Aufleuchten der Augen von Wildtieren, wenn sie die Fahrzeugscheinwerfer erfasst haben, zu sehen sind.

Taucht ein Wildtier überraschend auf der Straße auf, sollten Autofahrer das Licht abblenden und kontrolliert bremsen. Wenn ein Zusammenstoß nicht mehr verhindert werden kann, sollte man schnelle Ausweichmanöver vermeiden.

Ruhe bewahren

Die Jagdschutz- und Jägervereine von Lichtenfels und Bad Staffelstein empfehlen, vor allem die Ruhe zu bewahren, die Warnblinkanlage einzuschalten, die Rettungsweste anzulegen und die Unfallstelle mit einem Warndreieck zu sichern.

Das Tier sollte möglichst mit Schutzhandschuhen angefasst und an den Straßenrand geschafft werden. Nach dem Bayerischen Jagdgesetz muss der Wildunfall "unverzüglich" der Polizei gemeldet werden, die danach den jeweiligen zuständigen Jagdpächter verständigt. Das getötete Tier darf keinesfalls mitgenommen werden, denn ansonsten würde es sich um den Tatbestand der Wilderei handeln. Auch wenn beispielsweise Rehe nach einer Kollision scheinbar unversehrt flüchten, sind sie meist schwer verletzt und gehen jämmerlich zugrunde. Auch das spricht für das Anzeigen des Wildunfalles.