Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs am 9. November 1989 wurde die in Nordbayern einstmals beschauliche Autobahn 9 zu einer der wichtigsten Nord-Süd-Achse in Deutschland. Das Verkehrsaufkommen stieg gewaltig an. 1989 rollten täglich 8000 Fahrzeuge an Marktschorgast vorbei, fünf Jahre später waren es schon 56 000. Eine Zählung 2019 ergab schließlich 67 989 Fahrzeuge, 34 384 in Richtung Hof und 33 605 in Richtung Bayreuth.

Der Bund reagierte mit dem "Verkehrsprojekt Deutsche Einheit" auf die Veränderungen. Eine Riesenmaßnahme war etwa der sechsspurige Ausbau der A 9 im Bereich der Schiefen Ebene. Genau 25 Jahre ist es jetzt her, dass die Fahrbahnen in diesem Bereich um rund 20 Meter Richtung Osten in den Felsen verbreitert worden. Es sollen eine "halbe Million Kubikmeter" Fels abgetragen worden sein.

Brücke abgerissen

Auch der Abriss der 1936 errichteten Autobahnbrücke bei Rohrersreuth, einst zweithöchste Autobahnbrücke Deutschlands, war nötig, weil sie im Laufe der Jahre marode geworden war. Im Dezember 1997 war die A 9 im Bereich der Schiefen Ebene bei Marktschorgast auf beiden Richtungsfahrbahnen sechsstreifig befahrbar.

"Nach nahezu einem Vierteljahrhundert unter Verkehr hat die Fahrbahn ihre übliche Nutzungsdauer deutlich überschritten. Regelmäßig mussten in den vergangenen Jahren Schadstellen in aufwendigen Nachtbaustellen saniert werden", hieß es in einer Mitteilung der Autobahndirektion Nordbayern, die heute als Autobahn GmbH firmiert. So kam 2020 Erneuerung der Fahrbahn in Richtung Nürnberg zwischen Marktschorgast und Himmelkron. Etwa 25 000 Kubikmeter Beton wurden eingebaut. Für dessen Herstellung waren 14 000 Tonnen Sand, 35 000 Tonnen Splitt und 9500 Tonnen Zement nötig. Ständig musste Wasser herangefahren werden.

Parallel wurden die in diesem Abschnitt liegenden Brückenbauwerke instandgesetzt und die Fahrzeugrückhaltesysteme dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Kosten beliefen sich auf rund 18,5 Millionen Euro.

Im gleichen, rund 5,5 Kilometer langen Abschnitt wird nun für weitere 13,5 Millionen die Fahrbahn Richtung Berlin einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Der Verkehr verläuft derzeit auf zwei Spuren Richtung Nürnberg und auf drei Richtung Berlin. Während der gesamten Bauzeit, die im September abgeschlossen sein soll, ist die Ein- und Ausfahrt an der Anschlussstelle Marktschorgast gesperrt. Die Marktschorgaster müssen auf die Anschlussstelle Gefrees ausweichen.