Auch in diesem Jahr konnte die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Windheim-Hirschfeld, Diana Stein, zahlreiche Gäste zum traditionellen Mai-Weckruf begrüßen. Gemeinsam marschierten die Aktiven mit dem Frankenwald-Musikanten aus Windheim durch das Dorf.
Der SPD-Landtagskandidat und Kreisvorsitzende Ralf Pohl pries die Errungenschaften der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie an diesem traditionsreichen Tag. Zudem ermahnte er, den 1. Mai nicht zu irgendeinem Feiertag zum Füße Hochlegen verkommen zu lassen, sondern weiter für eine gerechte Gesellschaft zu kämpfen. Ganz im Sinne des diesjährigen DGB-Mottos "Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit" lobte er die Hunderttausenden auf der Straße, die sich an diesem Tag für eine gezielte Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen.
Deutliche Kritik erhob der SPD-Kreisvorsitzende gegenüber dem neuen Ministerpräsidenten. Zwar komme er mit allerlei Geschenken als Wahlpropaganda für sämtliche bayerischen Regionen daher, aber in seiner Regierungserklärung suche man vergeblich nach konkreten Maßnahmen für die Landkreise Kronach und Lichtenfels. Obwohl der Ministerpräsident selbst Franke ist, vernachlässige er seine Heimat enorm.
Weitere Zweifel ließ Ralf Pohl an der geplanten Realschule in Pressig aufkommen. Die Schülerzahlen würden gerade so ausreichen für eine geplante weiterführende Schule. Jedoch seien durch den demografischen Wandel im Landkreis die Schülerzahlen konstant rückläufig. Pohl nannte diese Schule ein leeres Versprechen und rechnet fest damit, dass das Kultusministerium die Realschule nach der Wahl abblasen wird. Er macht sich stattdessen für eine Gesamtschule stark, die sich wirklich im Landkreisnorden befindet.


Oberfranken ohne Volluniversität

Weiterhin bemängelte er, dass Oberfranken in Sachen Hochschulpolitik stark vernachlässigt werde. So gebe es in Oberfranken keine einzige Volluniversität und somit auch keine Hochschule, die ein Medizinstudium ermöglicht. Für ein reiches Bundesland, in dem gleiche Lebensverhältnisse in der Verfassung verankert sind, sei die Vernachlässigung Nordostbayerns untragbar, wenn gleichzeitig Milliardenbeträge in München und Umgebung investiert werden. Außerdem machte er sich für ein tragfähiges und durchdachtes Leerstandmanagement in der Region stark.
Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Johannes Neubauer ehrte verdiente Mitglieder: Klaus Wutz für seine zehnjährige Parteizugehörigkeit, Fredi Müller für 20 Jahre, Günter Künzel für 55 Jahre und Bertram Löffler für 60-jährige Parteizugehörigkeit. red