Tief berührende Portraits, eindringliche, sakrale Architektur und farbharmonische Landschaften schmücken derzeit die Kulmbacher Petrikirche. Der Künstler, der sich dahinter verbirgt, ist der Nürnberger Stadtdekan Jürgen Körnlein.

Ein Dekan, der sich ein schönes Hobby gesucht hat, mag mancher geneigt sein zu denken. Doch weit gefehlt, denn die Gemälde von Jürgen Körnlein bergen viel mehr in sich als nur das Resultat einer Freizeitbeschäftigung. Er sucht den Menschen, er ist auf der Suche nach Gott. "Martin Luther suchte den gnädigen Gott, ich suche manchmal mehr gnädige Menschen", sagte der Künstler bei der Vernissage.

"Gott. Die Suche. Mensch. Die Suche." So lautet der Titel der Ausstellung, "und genau darum dreht sich mein Leben." Der "Mensch mittendrin" ist immer wieder sein Thema. Der Autodidakt aus Nürnberg malt seit 2010, obgleich er bereits seit den 80er Jahren ein starkes Interesse an der Kunst entwickelte. "Viele Jahre stand für mich aber der Sport im Vordergrund", sagte der 57-Jährige, immerhin ist er schon 33 Marathons gelaufen.

Eines Tages nahm er drei Pinsel, drei Farben und eine Leinwand zur Hand und probierte sich einfach aus, sein erstes Bild malte er abstrakt. "Ich lasse mich von den Expressionisten inspirieren und vom normalen Leben, von der Natur, von den Menschen", erklärte er.

Jede Idee schreibt er auf

Jede Idee schreibt er auf, er fotografiert viel und abstrahiert die Fotos mit Acryl auf Leinwand. Durch einige seiner Bilder zieht sich ein Riss, durch den das Licht ins Leben hinein fällt.

Monet habe einmal gesagt, es sei die Aufgabe des Künstlers, die Schönheit der Atmosphäre darzustellen. "Ich füge hinzu: und die Schönheit der Schöpfung", sagte stellvertretende Landrätin Christina Flauder. Sie war diejenige, die Jürgen Körnlein und seine stimmungsvollen Bilder in die Petrikirche holte. "Ich kenne ihn schon seit der Zeit, als er noch in Mangersreuth Vikar war", erzählte sie. Beide würden sich regelmäßig bei der Landessynode treffen, aber erst im letzten Jahr habe sie zufällig erfahren, "welch wunderbar warme Farben er auf die Leinwand zaubert". Die meditativen Texte, die die Bilder begleiten, gingen zu Herzen, die Bilder berührten die Seele und sprächen ihre eigene Sprache.

Doch nicht nur in der Petrikirche sind die Werke von Jürgen Körnlein zu sehen, auch in der Mangersreuther Kirche kann ein Teil seiner Bilder bewundert werden. Die Ausstellung ist bis zum 3. November zu sehen.