Im Rahmen des "Herzosommers 2020" finden im August auf dem Kirchenplatz vier Theateraufführungen statt. Sie werden in Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Theatersommer veranstaltet, dessen Intendant Jan Burdinski zum Auftakt heute um 20 Uhr selbst mit dem Stück "Aus dem Leben eines Taugenichts" auf der Bühnen stehen wird.

Er spielt Eichendorffs berühmteste Novelle vom armen Müllerburschen, der auszog, um sein Glück zu machen. Begleitet von Bogdan Lewandowskis virtuosem Geigenspiel erleben die Zuschauer eine Geschichte im heiteren, naiven Märchenton, heißt es in einer Pressemitteilung des Herzogenauracher Kulturamts. Das Lebensgefühl der Spätromantik, Freiheit und Individualität als Gegenentwurf zum eng begrenzten bürgerlichen Leben, aber auch Fernweh und Heimweh sind Themen des Stückes. Die beseelten Landschaften der Romantik und ihre Beschreibung könnten nicht zuletzt angesichts des gegenwärtigen Klimawandels nicht nur selige, sondern auch gemischte Gefühle in den Zuschauern wachrufen.

Doppeldeutige Gedichte

Am Samstag, 8. August, folgt das "Mörderkarussell", eine Komödie mit viel schwarzem Humor. Die Aufführung ist allerdings schon ausverkauft, aber bereits am Donnerstag, 13. August, geht es mit sehr viel Hu-mor weiter. Unter dem Titel "Ein Nasshorn und ein Trockenhorn" ist der Abend der Musik und den Texten von Heinz Erhardt gewidmet. Der Schauspieler Christoph Ackermann erinnert an diesem vielfältigen musikkabarettistischen Abend an einen der ganz Großen des Kabaretts. Er zeigt, dass Heinz Erhardt, einer der beliebtesten deutschen Humoristen, nicht nur TV-Komödiant, sondern auch Pianist, Komponist, Opernautor, Schlagerstar, Hörspiel- und Theaterautor war.

In Heinz Erhardts Werk wird das 20. Jahrhundert vom Kaiserreich bis zum Wirtschaftswunder erlebbar. Mit vollem Körpereinsatz und Stimme macht Ackermann Erhardts Leben und breites Werk erfahrbar in Sketchen, Texten und Musik. Natürlich darf ein Abend um Erhardt nicht ohne seine doppeldeutigen Gedichte schließen. Sinn oder Blödsinn? Das findet man am besten live heraus.

Der Abschluss der Theaterreihe im Rahmen des "Herzo-sommers" ist am Freitag, 28. August, um 20 Uhr, einer Filmdiva gewidmet. Clarissa Hopfensitz präsentiert in "Engel auf Erden" eine wundervoll schräge und charmante Hommage an Marlene Dietrich. In der komödiantischen Lesung mit Musik kehrt die verstorbene Dietrich aus dem Himmel zurück, nachdem sie nach ihrem Tod dort zur Strafe für ihre Eskapaden zu Lebzeiten ein Dasein ohne Glamour fristen musste.

Der letzte Auftritt

Ihr Vorschlag an Gott: Sie will nur noch einmal auf einer irdenen Bühne stehen - und sich im Gegenzug mit ihren Sünden auseinandersetzen. Auf der Erde jedoch glaubt niemand Marlene, dass sie die Dietrich ist. Ein fränkischer Intendant gibt ihr die Chance, wieder eine Bühne zu betreten. Bei der Lektüre ihrer eigenen Biografien in der Garderobe wird die Filmikone mit den Spuren konfrontiert, die sie auf Erden und bei den Menschen hinterlassen hat. Wie wird ihr letzter Auftritt aussehen? Ein humoristischer Nachgesang auf eine Legende, wie er lebendiger nicht sein könnte, versprechen die Veranstalter des "Herzo-sommers", der im August Theatergenuss pur und unter freiem Himmel im wundervollen Ambiente der Herzogenauracher Altstadt bieten soll. red