Oswald Hüfner ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war beruflich wie privat ein sehr vielseitiger Mensch.

Zwischen "Ober"- und "Unterdorf" in Volkers steht eine weiße Bank mit Blick auf den "heiligen Berg". "Oswald Hüfner-Platz" stand auf einem Schild zu lesen. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf den Volkersberg und auf das Hüfner'sche Privatanwesen. Seit einem Jahr war die Bank weg. Seit Oswald Hüfner schwer krank zur Altenpflege in die AWO umzog. Seit 8. Juli steht sie wieder, mit einem Herz versehen. Klaus Hüfner hat die Bank als Erinnerung an seinen an diesem Tag verstorbenen Vater wieder aufgestellt.

Oswald Hüfner wurde am 27. Dezember 1940 in Züntersbach (Main Kinzig-Kreis) als zweites Kind des Ehepaars Rita und Ottmar Hüfner geboren. Er wuchs im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern auf und besuchte in seinem Heimatort bis 1953 die Volksschule. Nach Abschluss der Lehre arbeitete er zur Weiterbildung in mehreren Metzgereien in Fulda und Bad Brückenau. 1964 legte er mit Erfolg vor der "Ersten Bayerischen Fleischerschule" die Meisterprüfung ab und begann als Metzgermeister im Fuldaer "Kaufhaus Kerber", das ihm die Einrichtung der neuen Fleischabteilungen anvertraute. In den folgenden zehn Jahren wurde der Name Hüfner weit über die Grenzen Osthessens und Unterfrankens hinaus bekannt. Danach war er unter anderem Verkaufs- und Betriebsleiter bei der "Südfleisch" in Hammelburg.

Am 2. August 1976 wagte Hüfner den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete einen Viehhandel, landwirtschaftlichen Betrieb sowie eine Großschlachterei. 1980 wurde das Unternehmen erweitert: Das Ehepaar Hüfner baute einen Wurst- und Fleischabholmarkt in Bad Brückenau und eine neue Betriebsstätte in der Hauptstraße in Volkers. Der Abholmarkt wurde 1982 geschlossen, stattdessen die ehemalige "FINA"-Tankstelle erworben und als Fleischerei und Imbiss umgebaut. Die Fleischerei betrieb die Familie Hüfner bis 1990, währenddessen in Volkers ein neuer Zweig mit Viehspedition und Fahrzeughandel entstand.

Das Unternehmen wuchs stetig, Sohn Klaus trat 1986 in die Firma ein, zwischenzeitlich hatte der Betrieb 20 Lastzüge im nationalen und internationalen Fernverkehr laufen. Seit 1990 vertritt das Unternehmen auch die Firma "Pezzaioli".

Um Oswald Hüfner trauern seine Frau Hannelore (geborene Weber), mit der er seit 1965 verheiratet war, sowie Tochter Heike und die Zwillinge Susanne und Klaus. Letzterer beschreibt seinen Vater als "persönlich und beruflich vielseitigen Patron, der nicht immer ein einfacher Mensch gewesen ist, der sich aber stets um das Wohl der Familie und Firma in höchstem Maße gekümmert hat." Er habe viel von ihm abschauen können, "sein Charakter und Wesen haben mich geprägt."

Die Firma war bis zu seinem Lebensende Oswald Hüfners ganzer Stolz. Auch als Unterstützer der örtlichen Vereine, wie Feuerwehr und TSV, sowie wegen seines sozialen Engagements und seines Einsatzes auf Verbandsebene für die Belange des Tiertransportwesens, wird Hüfner den Menschen in der Region in Erinnerung bleiben.

Der Verstorbene ist Pandemie-bedingt im engsten Familienkreis auf dem Volkersberg beigesetzt worden. bhe