Die Ansiedlung von Unternehmen fördern, Existenzgründer unterstützen - das sind klassische Aufgaben der Wirtschaftsförderung. Zu diesen Kernaufgaben gesellen sich bei der städtischen Wifög inzwischen einige mehr, bis hin zur Ansiedlung von Hausärzten. "Wir erleben hier ein klassisches Marktversagen", kommentiert das Stephan Horn, Geschäftsführer der Wifög: Diejenigen, die eigentlich dafür sorgen müssten, dass die Bevölkerung mit Ärzten versorgt ist, schaffen es nicht (mehr).

In den nächsten Jahren will sich die Wifög wieder mehr auf ihre klassischen Felder fokussieren, sagt Horn. Eins: Betreiben von Gründerzentren. Derzeit befindet sich die "Designwerkstatt" noch im Hofbrauhaus, doch der Mietvertrag wird mit dem Jahr 2022 auslaufen. Deshalb seien jetzt schon die Räume nur noch zu 70 Prozent mit Mietern belegt, sagt Horn.

Doch der Ersatz ist bereits im Werden: Mit dem Kultur-Rundbau "Globe" entstehen am Güterbahnhof drei Nebengebäude. Zwei wird das Theater während der Sanierung des historischen Theatergebäudes nutzen, das dritte übernimmt die Wifög (Baukosten: 1,6 Millionen Euro). 560 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung, die ersten Anfragen würden vorliegen, sagt Horn. Ein solches Gründerzentrum könne für junge Unternehmen die nächste Station sein, nach dem Coworking-Space bei Zukunft.Coburg.Digital in der Alten Kühlhalle im Schlachthof und ersten Produktionsschritten in der Digitalen Manufaktur in Rödental, die schon ausgebucht sei. "Wir spekulieren hier auf Globe und Pakethalle", sagt Horn: Diese Veranstaltungsorte in der Nachbarschaft könnten dazu führen, dass sich entsprechende Dienstleister am früheren Güterbahnhof ansiedeln.

Was Ansiedlungen generell angeht, "bekommen wir für bestimmte Objekte im Moment keine Nutzer", sagt Horn. Andererseits sieht er die Notwendigkeit, dass Coburg sich Gedanken macht, wo künftig Gewerbetreibende unterkommen können - durchaus auch dadurch, dass alte Gewerbehöfe neu genutzt werden. sb