Wiesenbrüter sind in Bayern vom Aussterben bedroht. Der Landesbund für Vogelschutz wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt mit der siebten landesweiten Erfassung der Wiesenbrüter beauftragt. Auch im Coburger Land werden die Wiesenbrütergebiete unter Berücksichtigung aktueller Regeln zum Infektionsschutz untersucht, dafür braucht es noch Helfer. Infos zum Ablauf gibt es ab März vom Gebietsbetreuer Christian Fischer, Tel. 0172/89 451 78 oder E-Mail an christian.fischer@lbv.de.

Auch im Coburger Land werden die Wiesenbrüterbestände mit Hilfe ehrenamtlicher Vogelbeobachter erfasst. Für diese Aufgabe werden noch Vogelfreunde gesucht, die bei der Erfassung der Wiesenbrüter mitmachen möchten.

Ziele der Erhebungen sind die Dokumentation und Analyse der landesweiten Bestandsentwicklung der Wiesenbrüterarten und die Untersuchung der Auswirkungen seit 1983 laufender intensiver Schutzbemühungen. Zusätzlich sollen die Ergebnisse Hinweise für konkrete Schutzmaßnahmen liefern.

Wiesenbrüter sind bodenbrütende Vogelarten der feuchten, extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden. Bekannte Wiesenbrüter sind vor allem der stark gefährdete Kiebitz, der Brachvogel und die Bekassine. Aber auch die ehemals häufigen und heute sehr selten gewordenen Arten Braunkehlchen, Wiesenpieper, Grauammer und Wachtelkönig werden unter die Lupe genommen.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat den Naturschutzverein Landesbund für Vogelschutz wieder mit einer Erfassung beauftragt, die in einem Turnus von sechs bis acht Jahren durchgeführt wird. Bei der landesweiten Erfassung 2014 wurden von über 190 Kartierern 845 Wiesenbrütergebiete untersucht.

Bei einigen Arten ließ sich eine deutliche Verschlechterung ihrer Bestandssituation beobachten, vor allem bei Uferschnepfe und Braunkehlchen. Wenngleich damals einige Arten stabil blieben, zeigte sich dennoch, dass sich alle Wiesenbrüterarten von der Fläche weg in wenige (Schutz-)Gebiete zurückziehen, wo die Lebensbedingungen günstiger sind als in der offenen, intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft.

Günstig für Wiesenbrüter sind feuchte bis nasse, blüten- und insektenreiche Wiesen, die extensiv beweidet oder spät gemäht werden. In den vergangenen Jahren wurden Anstrengungen unternommen, den Wiesenbrütern zu helfen: Wiesen wurden vernässt und schonend bewirtschaftet, Nester geschützt, ja sogar eingezäunt, um Gelege und Jungvögel vor Füchsen zu bewahren. Die landesweite Wiesenbrütererfassung soll Aufschluss geben, wie sich die Bestände seitdem entwickelten. red