Wer wird Vogel des Jahres 2022? Diese spannende Frage bewegt Naturinteressierte in Bayern und ganz Deutschland. Bei der zweiten öffentlichen Wahl des Jahresvogels durch den Landesbund für Vogelschutz (LBV) und seinen bundesweiten Partner Naturschutzbund (Nabu) führen zur Halbzeit Wiedehopf und Mehlschwalbe die Rangliste an.

"Die drei Kandidaten Steinschmätzer, Feldsperling und Bluthänfling sind noch nicht aus dem Rennen und können sich den Titel ,Vogel des Jahres 2022‘ noch holen", sagt LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer. Bisher haben bereits über 13 600 bayerische Naturfreunde abgestimmt. Deutschlandweit sind es mehr als 85 000. Schäffer: "Da wir aber erst Halbzeit haben und unser virtuelles Wahllokal noch ganze drei Wochen geöffnet ist, dürften es noch deutlich mehr Stimmen werden, die die Rangliste völlig verändern können."

Wer seinen Favoriten nach vorne bringen will, kann wie bei der ersten öffentlichen Vogelwahl ein Wahlkampfteam gründen und Stimmen für seinen Lieblingsvogel sammeln. In den sozialen Medien wird das bereits fleißig getan. Bisher gibt es bundesweit mehr als 100 Wahlkampfteams, die jeweils für einen der fünf Kandidaten für Stimmen werben. So kämpfen beispielsweise das Team "Platz für den Spatz!" für den Feldsperling, das Team "Internationale Rotfront" für den Bluthänfling und die "Luftikusse" für die Mehlschwalbe.

Die Kandidaten repräsentieren eine Vielfalt kleinerer Vertreter der Vogelwelt. Jeder steht für ein Naturschutzthema, das Aufmerksamkeit braucht. So findet die Mehlschwalbe als Gebäudebrüter immer weniger Nistmöglichkeiten. Der Steinschmätzer bräuchte mehr offenes Brachland, dem Wiedehopf würde es helfen, wenn weniger Pestizide eingesetzt würden. Der Feldsperling vermisst Baumhöhlen zum Brüten und der Bluthänfling bräuchte mehr Hecken zum Verstecken.

Bis zum 18. November ist das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de/ freigeschaltet. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. red