Wer fliegt und piept vor Bayerns Fenstern, in den Gärten und auf den Balkonen? Das soll die 16. Stunde der Gartenvögel zeigen.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und sein bundesweiter Partner Natuschutzbund Deutschland (Nabu) rufen gemeinsam von Freitag, 8. Mai, bis zum Sonntag, 10. Mai, dem Muttertag, dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu beobachten, zu zählen und zu melden. Dieses Jahr erwarten die Naturschützer mit besonderer Spannung und Sorge die Gartenvogeldaten: "Wie geht es der Blaumeise, einer unserer häufigsten und beliebtesten Vogelarten? Hat das auffällige Massensterben durch eine bislang unbekannte Krankheit Auswirkungen auf den Bestand in Bayern?", fragt sich LBV-Biologin Annika Lange.

Über das Osterwochenende haben Nabu und LBV innerhalb von nur sechs Tagen, bereits 10 000 Meldungen mit etwa 20 000 toten oder kranken Meisen erhalten. Aus Bayern sind es über 650 Meldungen.

Viele Menschen hätten in den letzten Wochen mit Ausgangsbeschränkungen den Wert der Natur in ihrer unmittelbaren Nähe wieder neu schätzen gelernt, heißt es in einer Pressemitteilung. Gartenvögel wie Blau- oder Kohlmeise hätten dabei in diesem Frühling sicherlich deutlich mehr Aufmerksamkeit erfahren als in anderen Jahren. "Wir freuen uns, wenn sich das gestiegene Interesse an der Natur vor der Haustüre in einer besonders regen Beteiligung an der Vogelzählung niederschlägt", so Annika Lange. Die LBV-Artenschützerin rät: "Wer mehr Natur in seinem Umfeld erleben und Gartenvögeln helfen möchte, sollte seinen Hof oder Garten zum Mini-Naturschutzgebiet aufrüsten." Tipps für einen vogelfreundlichen Garten hat der LBV unter www.lbv.de/garten zusammengestellt.

Im vergangenen Jahr hatten über 11 400 bayerische Vogelfreunde bei der "Stunde der Gartenvögel" mitgemacht und aus mehr als 8200 Gärten insgesamt über 265 000 Vögel gemeldet. Eine Rekordbeteiligung, die zeige, wie sehr das Thema Artenschutz und die heimische Artenvielfalt die Menschen bewegt, gerade seit dem erfolgreichen Volksbegehren "Rettet die Bienen". Gemeinsam mit der Schwesteraktion, der "Stunde der Wintervögel", handele es sich damit um Deutschlands größte bürgerwissenschaftliche Mitmachaktion, heißt es weiter.

Und so funktioniert die Teilnahme: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, vom Balkon oder Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon - kostenlose Rufnummer am 9. und 10. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800/1157115 - oder einfach im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de gemeldet werden. red