Anne Jäger aus Bad Brückenau hat sich den Vizemeister-Titel bei der Junioren- und U23-Europameisterschaft im slowenischen Solkan gesichert. Mit ihren beiden Teamkolleginnen, Greta Zietz und Alina Zimmer, wurde die Bad Brückenauerin ihrer Favoritenrolle gerecht und sicherte sich nach einem perfekten Lauf die Silbermedaille hinter dem Team aus Frankreich.

Qualifiziert hatte sich Anne Jäger im Juni nach langer Coronapause in Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz in ihrer Königsdisziplin, dem Sprint, eigentlich für die Junioren- und U23-Weltmeisterschaft. Die wurden aber pandemiebedingt als Europameisterschaft ausgetragen. Nach drei Wochen intensiver Vorbereitung mit bis zu 15 Trainingseinheiten pro Woche fuhr Jäger hin.

200 Athleten am Start

Rund 200 Athletinnen und Athleten aus 15 europäischen Ländern kämpften auf der Soca in den klassischen und Sprint-Wettbewerben um die Europameistertitel. Der Start der klassischen Distanz erfolgte in Solkan, Slowenien; das Ziel lag jenseits der Grenze in Piuma, Italien.

In den spannenden Vorläufen im Einzelsprint fuhr Anne Jäger unter 30 Sportlern auf Platz 5. Damit sicherte sie sich das Ticket für die Finalläufe am kommenden Tag. Nun hieß es alle Kräfte zu mobilisieren und Nerven behalten. Die Anspannung vor dem Start war groß. Das Team Fulda, zu dem Jäger gehört, und die Nationalmannschaft samt den Trainern fieberte mit, standen an der Strecke und feuerten an. Die Bad Brückenauerin fuhr als beste deutsche Athletin auf Rang 4 und verpasste das Podium denkbar knapp. Traurig oder enttäuscht war sie aber nicht. Vielmehr freute sich Jäger, mit der perfekten Linie ein solches Ergebnis eingefahren zu haben.

Die Einzelplatzierung wurde getoppt durch den bereits erwähnten Mannschaftslauf. Das Fazit der Europameisterschaft neben den Platzierungen: Anne Jäger konnte neue Erfahrungen sammeln und ihr Können bei einem großen internationalen Kräftemessen unter Beweis stellen.

Viel Zeit zum Durchatmen und zur Regeneration blieb nicht, da eine Woche später die Deutschen Meisterschaften auf der Möll im österreichischen Reisseck/obervellach stattfanden. Hier sicherte sich die Nationalmannschafts-Fahrerin im Einzelsprint die Bronzemedaille. Im Teamsprint konnten sich die drei Fuldaer Favoritinnen um Jäger mit einem bemerkenswerten Vorsprung von 2,5 Sekunden über die Goldmedaille freuen. Die drei Sprinterinnen bewiesen zudem ihr Können in der langen Distanz und sicherten sich damit die Silbermedaille. Nach sechs Wochen hartem Training und anstrengenden Renntagen, geht es für die Bad Brückenauer Sportlerin mit Rennen in Sömmerda und München weiter. spion