Bamberg — Lange vor den Basketballern spielte Bamberg schon in einer anderen Liga ganz oben: der Musikliga. Im 18. Jahrhundert gelang den hiesigen Fürstbischöfen manch spektakulärer Transfer, um ihre Mannschaft, in der fähige Leute wie Johann Jakob Schnell waren, zu verstärken. So holten sie mit Aloisio Fracassini und Giovanni Benedetto Platti zwei virtuose Spielmacher, die über ihre Konzerttätigkeit hinaus auch als Komponisten die Musikpflege in Bamberg befeuerten und auf nationales Niveau hoben.
Darüber wusste man bislang nur wenig. Dank der Musica Canterey Bamberg und vor allem des unermüdlichen Forscherfleißes Gerhard Weinzierls kann man aber jetzt im Rahmen des Jubiläums "1000 Jahre Kloster Michaelsberg" gleich doppelt erleben, was hier an staunenswerter Musik geschaffen wurde: In der VHS wird Weinzierl am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr in einem Vortrag mit Tonbeispielen in die spannende Musikgeschichte vor gut 200 Jahren einführen. Am Samstag dann sprechen ausschließlich und höchst überzeugend die Töne. Im Refektorium des Klosters St. Michael kann man am 21. November um 17 Uhr hören, wie berührend, stürmend und einfallsreich Schnell, Fracassini, Platti & Co. klingen und warum sie den Titel "Virtuosen des Fürstbischofs" zu Recht tragen.
In dem einmaligen Kammerkonzert spielen die Experten für Alte Musik Sabine Lier, Violine,
Verena Obermayer, Violoncello, und Gerhard Weinzierl am Cembalo meisterhafte Stücke, die - aus dem Archivstaub geborgen - wie Phönix aus der Asche steigen. red