Ob Stefan Arneth noch gehofft hatte, der Stadtrat würde seinen Plänen zustimmen? "Wir wollen im Einvernehmen mit der jeweiligen Stadt planen", sagte der Leiter der Abteilung Planung im Staatlichen Bauamt Bamberg, nachdem er die Vorschläge zum vierstreifigen Ausbau der B4 im Weichengereuth in der Stadtratssitzung im Kongresshaus präsentiert hatte. Doch dieses Einvernehmen kam nicht zustande: Mit 28 zu zehn Stimmen lehnte der Stadtrat die Ausbaupläne ab. Vorläufig bleibt nun auf diesen 1,6 Kilometern zwischen Südzufahrt und Frankenbrücke alles, wie es ist.

2011 und 2013 hatte sich der Stadtrat noch für einen dreistreifigen Ausbau ausgesprochen; seinerzeit hatte das Staatliche Bauamt auch entsprechende Skizzen präsentiert. Aber als es um die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans ging, war klar, dass nur ein vierstreifiger Ausbau Chancen haben würde, überhaupt in diesen Plan aufgenommen zu werden. Nur was in diesem Plan steht, wird vom Bund auch umgesetzt. Deshalb beschloss der Stadtrat 2016, dass er den vierstreifigen Ausbau wolle.

Das Staatliche Bauamt Bamberg erstellte daraufhin eine Voruntersuchung als Grundlage für weitere Entscheidungen. Diese Untersuchung wurde schon im vergangenen September im Bau- und Umweltsenat vorgestellt - und abgelehnt. Auch bei einer Bürgerinformation im Oktober, an der rund 150 Bürger teilnahmen, waren eher ablehnende und skeptische Stimmen zu hören, berichtete die städtische Verkehrsplanerin Katja Link zusammenfassend.

21 000 Fahrzeuge fahren täglich auf der B 4 auf dieser Strecke. Das wurde bei einer Untersuchung 2018 ermittelt. Das allein reiche, um den Ausbau zu rechtfertigen, sagte Arneth. Da sei es gar nicht erforderlich, auch noch die zukünftig zu erwartende Verkehrsbelastung einzukalkulieren. Die würde ohnehin ziemlich stabil bleiben. Allerdings gehen die Planer davon aus, das eine durchgehend ausgebaute B4 innerörtlichen Verkehr anziehen würde - vor allem die Bamberger Straße würde entlastet. Genau das aber zweifeln andere Ämter an, wie Katja Link anmerkte. Denn die B4 würde nicht nur vier Fahrstreifen, sondern auch zwei Ampelanlagen erhalten: Eine an der Einmündung Ahorner Berg, eine an der Einmündung Samuel-Schmidt-Straße. An den übrigen Einmündungen wäre nur "rechts rein, rechts raus" (Arneth) möglich. Dafür sollte aber an der Abzweigung Ahorner Berg eine Wendemöglichkeit geschaffen werden, wenn auch nur für Pkw.

Langes Verfahren

Das und die steigende Verkehrsbelastung lehnen aber die Anwohner ab. Die Haltung der Anwohner war denn auch ein Grund für die Stadtratsmehrheit, den Ausbau abzulehnen.

Kosten würde der Ausbau nach Arneths Schätzung 26 Millionen Euro, an denen sich die Stadt nur zu einem geringen Teil beteiligen müsste: bei der Verbreiterung der Wassergasse. Die eigentliche Engstelle würde damit aber nicht beseitigt, merkte Katja Link an: Denn es würde zwar die Straßenbrücke über die Wassergasse neu errichtet, nicht aber die engere Bahnbrücke.

Allerdings konnte auch Stefan Arneth nicht sagen, wann denn die Straße gebaut worden wäre. Nächster Planungsschritt wäre der haushaltsrechtliche Vorentwurf für den Straßenausbau gewesen. Wenn alle übergeordneten Stellen und am Ende der Bundesverkehrsminister diesem Vorentwurf zustimmen, kann ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Das wäre Arneth zufolge 2022 der Fall gewesen. Immer vorausgesetzt, dass die Genehmigung für den Ausbau der B 4 erteilt worden wäre, hätte es dann immer noch die Möglichkeit gegeben, gegen die Baugenehmigung zu klagen.

Letztlich war es lediglich die Fraktion von CSU/JC, die für den Ausbau stimmte. Die übrigen 28 Stadtratsmitglieder waren dagegen - auch wenn das vorderhand den Verzicht auf einen Radweg und erhöhte Verkehrssicherheit an den Einmündungen bedeutet. Aber eine größere Sicherheit lasse sich auch bei einer zweispurigen Straße erreichen, sagte Michael Zimmermann (FDP). Angenommen wurde ein Antrag seines Parteikollegen Hans-Heinrich Eidt, beim Bund darauf hinzuwirken, dass das Weichengereuth zweistreifig ausgebaut werden solle. Dazu soll die Stadt ein Gutachten einholen, das eine möglichen Ausbau mit Radwegen und Abbiegestreifen darstellt und eine Kostenschätzung enthält.