Eine kleine Herde schottische Hochlandrinder soll für Naturschutz und gleichzeitige Landschaftspflege im oberen Schneybachtal sorgen. Die Kreisgruppe des Bunds Naturschutz bemüht sich derzeit um den Ankauf eines etwa fünf Hektar großen Areals und bat deshalb Gerhard Hübner, den Leiter des Bayern-Netz-Naturprojekts "Weidelandschaft Obermain", um nähere Informationen auf einer Exkursion.
Landwirt Klaus Pixner startete die Beweidung vorsichtig und hält zurzeit nur drei Mutterkühe und zwei Bullen, die im eingefriedeten Gelände ganzjährig friedlich grasen. Er kümmert sich täglich um die Tiere.
Um auch den Talgrund des Schneybachs von übermäßiger Verbuschung frei zu halten, soll die Herde vergrößert und die Rinder sollen verstärkt als natürliche Landschaftspfleger eingesetzt werden; denn sie sind nicht besonders wählerisch und verschmähten auch junge Weidenbüsche, das unliebsame Indische Springkraut und Brennnesseln nicht. Der Ebensfelder BN-Vorsitzende Ludwig Wendler meinte: "Ganz ohne Weidezaun wird es allerdings nicht funktionieren. Denn mit der Bahnlinie, den Wanderwegen und Fischteichen darf es nicht zu Konflikten kommen."
Diplombiologe Gerhard Hübner hob hervor: "Wenn es gelingt, auf diese Weise große Teile des Talraums dauerhaft offen zu halten, haben wir als positiven Nebeneffekt der Beweidung größere Artenvielfalt. Entlang der zahlreichen Feuchtbiotope findet man beispielsweise den seltenen Mädesüß-Perlmuttfalter und zahlreiche Libellenarten. Auch seltene Vögel, wie Feldschwirl und Schlagschwirl, brauchen strukturreiches Offenland. Vielleicht gelingt es hier sogar, die kaum mehr vorkommenden Bekassine wieder heimisch werden zu lassen."
Bei der weiteren Umrundung des Geländes entdeckte die Gruppe eine große Biberburg im Auwald. Alle Exkursionsteilnehmer, darunter Stadtrat Rudi Breuning und einige Grundstücksanlieger des Schneybachtals, waren von der Auenlandschaft und den naturschutzfachlichen Besonderheiten sehr angetan. Ein Teilnehmer spendete spontan einen Geldbetrag zum Ankauf des Areals. red