VON Leo Hühnlein

Schlaifhausen — Zum Abschluss unserer Reihe "Tier-Orakel zur WM" eine nicht ganz ernst gemeinte Folge mit dem Wildkatzen-Orakel vom Fuße des Walberla.
Für Aufsehen sorgte unlängst die Beobachtung einiger Wanderer, die am Fuße des Walberla in Wiesenthau-Ost angeblich ein Exemplar der längst als ausgestorben geltenden fränkischen Wildkatze gesehen haben wollten. Eine kürzlich gestartete Expedition fand im beschriebenen Gelände tatsächlich das letzte Unikat seiner Gattung, das durch den Ganzkörperpelz mit rosa Herzen leicht zuzuordnen war und im Sprachgebrauch von Gelsenkirchener Zoologen deshalb auch als die "Wildkatze der Herzen" Einzug hielt.
Nachdem die Tierforscher den auf Hopfen und Malz typisierten Schmusekater den biologischen Namen "Jochensis Behringis" zuwiesen und näher studierten, fanden sie heraus, dass das gefährliche Raubtier bei Kommandos wie "Seidla" oder "Prost" sofort handzahm reagierte.

Katzig-kratziger Experte

Außerdem stach den Forschern schnell der Fußballsachverstand der Wildkatze ins Auge, denn beim Wort "Brasilien" trank das Tier siebenmal hintereinander aus einem mit Hopfenwasser gefüllten Steinkrug, der mit der deutschen Flagge dekoriert war, während es beim Zuruf "Selecao" lediglich einmal gähnte. Beim von den Zoologen daraufhin erschwerten Test, zu dem ein Team des Fränkischen Tages anwesend war, wurde auf akustische Befehle verzichtet. Stattdessen dekorierten die Biologen zwei Nahrungsstationen mit argentinischen und deutschen Landesfarben, um die Wildkatze der Herzen darauf loszulassen. Noch etwas verwirrt über die plötzliche Freiheit schweifte der Kater hin und her und nippte kurz am argentinischen Krug.

Mit Kater nach Katar

Ein heftiges Fauchen und Niesen zeigte den Unwillen des Tieres zu den Gauchos. Sofort wandte sich die Katze der deutschen Basis zu und nahm vier kräftige Schlucke aus dem Steingut der Teutonen. Falls das auf diese Weise georakelte Finalergebnis von 4:1 für Deutschland eintreffen sollte, wollen die Forscher den Kater immer mit zur WM nehmen. Auch 2022 mit nach Katar, sofern er dann keinen Katarrh hat.