Nach dem gestrigen Kirchweihgottesdienst konnte Bürgermeister German Hacker vier Familien für insgesamt 160 Jahre Mitwirkung an der Herzogenauracher Sommerkirchweih danken und ihnen eine Urkunde übereichen. Seit 40 Jahren sind die Familien Katharina Hager (Heller Keller) und Paul Galster (Spotz'n Keller) Festwirte der Sommerkirchweih. Ebenso viele Jahre im Weihersbach vertreten sind auch die Familien Paul (Fränkisches Versperhäusle) und Jäckel mit "Fantasy Fly", den bei Kindern beliebten fliegenden Fantasie-Gefährten.


"Ein gutes Pflaster"

Der Bürgermeister bedankte sich für die langjährige Teilnahme und Mitgestaltung der Sommerkirchweih. Rudolf Jäckel bestätigte der Stadt nicht nur eine hervorragende Zusammenarbeit, sondern er lobte auch die Kirchweihbesucher: "Herzogenaurach ist ein gutes Pflaster. Wir werden sicher auch bei den kommenden Kirchweihen wieder dabei sein." Ähnlich zufrieden äußerte sich auch Rudolf Paul vom Vesperhäusle, der in den ersten Jahren Rettiche unters Volk brachte und mit seinen zwei Imbissständen gerne wieder nach Herzogenaurach kommen möchte.
Der Herzogenauracher Paul Galster vom Spotz'n Keller kann viel aus der Vergangenheit erzählen. Er erinnert sich noch genau an den Auftritt der legendären Jacob Sisters, über die der FT erst vor wenigen Tagen berichtet hat. Paul Galster kann alle namhaften Promis und bekannte Orchester aufzählen, die im Weihersbach auf der Bühne standen.
In den ersten Jahren gab es keine klappbaren Garnituren und die Bänke und Tische waren fest im Boden verankert. "Es gab auch keine Kühlwagen, Biercontainer oder Durchlaufkühler und an heißen Tagen mussten wird die Holzfässer aus den Kellern zum Ausschank rollen", erzählt der Festwirt. Und je später der Abend, umso größer das Gedränge zwischen den Tischen. "Da sind wir manchen der Besucher mit dem Fass über die Zehen gerollt", erzählt Paul Galster. Die heutige Ausstattung der Keller mit den modernen Schankanlagen sei eine große Erleichterung, "aber schee war es früher schon auch", meint der Festwirt abschließend.