Der 36. Unterfränkische Museumstag, gemeinsam ausgerichtet von der Regierung von Unterfranken, dem Bezirk Unterfranken und der Landestelle der nichtstaatlichen Museen Bayern, fand erstmals als digitale Veranstaltung statt. Er beschäftigte sich mit dem Thema: Der Haltung der Museen zur Vielfalt.

50 Teilnehmende wollten mehr darüber erfahren, wie Museen in ihrer Museumsarbeit gesellschaftlichen Wandel aufgreifen und Geschichte und Gegenwart miteinander verknüpfen. Dr. Stefan Kley, Gebietsreferent für Unterfranken der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, führte in das Thema ein. "Dem Wandel und der Vielfalt in Vergangenheit und Gegenwart offen gegenüberzustehen, bietet die Chance für langfristig erfolgreiche Museumsarbeit", ist er überzeugt.

Dr. Andreas Rudigier war aus dem Vorarlberg zugeschaltet und warb in seinem einstündigen Vortrag engagiert für Offenheit, Toleranz und Mut in allen Bereichen der Museumsarbeit. Unterfüttert mit vielen praktischen Beispielen stellte er dar, wie sich Vielfalt in seinem Haus wiederfinden lässt, so die Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken. Durch den zweiten Teil der Tagung führte Anne Kraft, Sachgebietsleiterin Museum beim Bezirk Unterfranken, und brachte die anschließenden Kurzvorträge mit ihren konkreten Beispielen in Zusammenhang mit den bereits aufgeworfenen Thesen und Fragestellungen.

Elena Kaifel, Leitung Marketing und Kommunikation des Stadtpalais - Museum für Stuttgart, sprach über die Initiative "#wirsind0711" und wie mit Streetart und Subkultur ein Zeichen für eine liberale, tolerante und verantwortungsbewusste Stadtgesellschaft gesetzt werden kann. Die Leiterin der Museen Schloss Aschach, Josefine Glöckner, thematisierte die Vielfalt der Besucherinnen und Besucher und stellte in diesem Kontext Inklusionsprojekte im Graf-Luxburg-Museum vor. Zuletzt erläuterte Barbara Grimm, Leiterin des Spessartmuseums Lohr, unter dem Titel "Ausgegrenzt-Ausgebeutet-Ausgewandert" den aktuellen und zukünftigen Umgang mit Alltagsmenschen in der Präsentation des Spessartmuseums.

Zum Abschluss dankte Anne Kraft Hermann Neubert, Leiter der Museen der Stadt Miltenberg, für sein Engagement in der Museumsfachkommission der unterfränkischen Kulturstiftung und freut sich auf die Zusammenarbeit mit Barbara Grimm als neue Vertreterin der hauptamtlich geführten Museen. Weiterhin bleibt Hanns Friedrich Vertreter der ehrenamtlich geführten Museen.

2022 wieder in Präsenz

Kathleen Regan übernahm die Zusammenfassung und verwies auf den Unterfränkischen Museumstag, der im nächsten Jahr am 18. Oktober 2022 in Veitshöchheim wieder in gewohnter Form in einer Präsenzveranstaltung stattfinden soll. Dabei wird die Frage der Haltung von Museen weiter diskutiert, dann jedoch unter dem Fokus von Sammlung und Provenienz. Informationen, inklusive eines ausführlichen Readers, sind online abrufbar unter www.bezirk-unterfranken.de/museumstag red