Ebenfalls zum Burggeflüster wird uns geschrieben:

Wow, die örtliche Presse überschlägt sich ja förmlich wegen des Vorschlages von OB Ingo Lehmann, einen ärztlichen Direktor am Klinikum Kulmbach zu installieren. Die Bayerische Rundschau "schüttelt den Kopf" und die Frankenpost kommentiert "erst denken, dann handeln".

Ich fände es erheblich professioneller, wenn die beiden Zeitungen endlich einmal klar darstellen würden, was da überhaupt passiert ist. 1. Aus welchem Grund will denn Dr. Pfaffenberger seine Radiologiepraxis verkaufen? 2. Dass ein Arzt seine Praxis verkaufen möchte, ist grundsätzlich dessen Sache, aber ist ein Arztsitz auch "verkaufbar"? 3. Wer war denn in die Verhandlungen über den Verkauf in Kulmbach involviert

4. Wer hat mit wem gesprochen bzw. verhandelt? 5. Welche Forderungen hat denn Dr. Pfaffenberger gestellt? 6. Welches Angebot hat denn das Klinikum Kulmbach gemacht? 7. Aus welchem Grund hat Dr. Pfaffenberger das Angebot ausgeschlagen?

8. Was war denn am Angebot des Klinikums Bayreuth so viel interessanter, dass es schließlich zum Verkauf nach Bayreuth gekommen ist? 9. Ist der Verkauf nun als endgültig zu betrachten oder gibt es da noch "Verhandlungsmasse"?

Fragen über Fragen, deren Antworten zuerst einmal auf dem Tisch liegen sollten, bevor man über die verständliche Verärgerung eines Oberbürgermeisters den Kopf schüttelt oder ihm sogar unterstellt, dass er nicht nachgedacht hat, obwohl er von dieser ganzen Angelegenheit offensichtlich kalt erwischt worden ist.

Guter Journalismus zeichnet sich durch tiefgehende Recherche und möglichst objektive Darstellung der Sachlage aus. Erst dann sollten die Reaktionen auf entsprechende Sachverhalte fair gewürdigt werden.

Oder ist vielleicht der Hauptzweck der ganzen medialen Aufregung, den Oberbürgermeister der Stadt Kulmbach zu diskreditieren?

Knud Espig

Stadtsteinach