Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (CSU) sind viele in der Altenpflege aktive Menschen zu einer Gesprächsrunde zusammengekommen, um über die neuen Herausforderung durch das Pflegestärkungsgesetz II und weitere Anliegen in der Altenpflege zu sprechen. Zum "Pflegestammtisch" im Haßfurter Mehrgenerationenhaus hatte der örtliche Abgeordnete auch den Pflegeexperten Bernhard Seidenath (CSU) aus Dachau eingeladen, der der Vorsitzende des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege ist.


Viele Neuerungen in der Pflege

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung der Gesellschaft sei die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung, gerade im ländlichen Raum, eine der wichtigsten Herausforderungen, so Vogel. Als Beispiel nannte er, dass jeder sechste Deutsche Pflege in Anspruch nimmt, aber allein in den letzten zehn Jahren 50 000 Vollzeitstellen abgebaut worden seien. "Dabei gibt es beim Thema Pflege im Moment sehr viele Neuerungen, die sich in der Praxis noch bewähren müssen, weshalb ich die Pflegestammtische nutzen möchte, um eine ehrliche Rückmeldung von den Praktikern zu bekommen", so Steffen Vogel zur Konzeption der Pflegestammtische, die er in Zukunft jährlich anbieten möchte, wie er selbst mitteilte.
Als Einleitung in die Diskussionsrunde erläuterte die stellvertretende Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses, Simone Geruschke, die Aktivitäten des Kreisverbands Haßberge des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Bereich der Pflege.
Von der Geschäftsführerin des Caritas-Kreisverbandes Haßberge, Anke Schäflein, wurde kritisiert, dass durch das Pflegestärkungsgesetz II zwar die ambulanten Pflegeleistungen besser honoriert würden, aber für Heimbewohner, die bisher unter die Pflegestufe I gefallen sind, werde die Betreuung deutlich teurer. Vogel bestätigte diese Befürchtungen und möchte sich für Verbesserungen auch für die stationäre Pflege einsetzen. Er verwies jedoch auch darauf, dass dies im Aufgabenbereich des Bundes liege und er als Landespolitiker nur mittelbar Einfluss nehmen könne.
Grundsätzlich sind sich Steffen Vogel und Bernhard Seidenath der Belastungen des Pflegeberufs bewusst und sie erklärten, sich künftig für Verbesserungen einsetzen zu wollen. Seidennath betonte, dass "der Pflegeberuf physisch und psychisch so anstrengend ist wie kein anderer Beruf". Nach Überzeugung von Vogel hätte der Bundesgesetzgeber mutiger sein sollen, um spürbare und nachhaltige Verbesserungen in der Pflege zu erreichen.


Ansehen des Berufs soll steigen

Lebendig wurde unter den Teilnehmern auch über die Themen Generalistik, die Attraktivität des Pflegeberufs und Reduzierung der Dokumentation diskutiert. Bei der Zusammenlegung der beiden Ausbildungsberufe, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege, sahen einige Diskutanten die Gefahr der Abwanderung der Auszubildenden in die Krankenpflege. Andere wiederum sahen in der Generalistik eine Chance, dass das Berufsbild für junge Menschen attraktiver werde und das Ansehen des Pflegeberufs in der Öffentlichkeit steige. red