Einen von 100 Krapfen, ein Gläschen Sekt und den Ausblick auf ein vielleicht zukünftiges Café genossen am "Tag der Städtebauförderung" zahlreiche Bürger in Gundelsheim. Der bundesweite Aktionstag ermöglichte den Bürgern der Gemeinde einen umfassenden Einblick in ihr neues Bürgerhaus an der Hauptstraße.
Die meisten kannten den ehemaligen Laden, waren doch bis zum Jahre 2012 ein Schleckermarkt und zuvor ein Lebensmittelgeschäft dort beheimatet. Ein Blick in die darüber liegenden Wohnungen, in die zum Haus gehörende Scheune und von der Dachterrasse hingegen waren für fast alle der mehr als 100 Besucher neu.
Den Blick von der Terrasse hinüber zur Giechburg hätten die Leute vor allem genossen. "Einige fingen zu schwärmen an, wie schön es doch wäre, wenn hier ein Café mit Freischankfläche entstehen würde", berichtete Bürgermeister Jonas Merzbacher (SPD).


Gastronomie auf der Wunschliste

Dieser Wunsch ist so abwegig nicht: Seit zwei Monaten befindet sich das Gebäude an der Hauptstraße in Gemeindebesitz beziehungsweise, wie Merzbacher betonte, vielmehr in "Bürgerhänden". Und der Gedanke, in dem "Haus der Bürger" auch Gastronomie - welcher Art auch immer - zu etablieren, steht ganz oben auf der Liste der Möglichkeiten.
Um das verwirklichen zu können, wird Gundelsheim wieder Stadtbaufördermittel benötigen, so der Bürgermeister. "Daher ist für uns der ,Tag der Städtebauförderung' ein ganz wichtiger Tag. Denn vieles, was in den letzten acht Jahren an Sanierungen wie beispielsweise das alte Rathaus umgesetzt werden konnte, wäre ohne die Fördermittel von Bund und Land sicherlich nicht möglich gewesen".
Ähnliches hörten die Besucher des Hallstadter "Kulturbodens". Auch für Bürgermeister Thomas Söder (CSU) sind Städtebaufördermittel eine wichtige Sache. "Ohne die Fördermittel wären viele Plätze in Hallstadt nicht so schön geworden", sagte er. In den vergangenen rund 30 Jahren seien alleine nach Hallstadt über acht Millionen Fördermittel geflossen.
Hallstadt beteiligte sich zum ersten Mal an dem Aktionstag, den es seit zwei Jahren gibt. Eine Ausstellung gab Einblick in die einzelnen, mit Hilfe von Fördermitteln umgesetzten Projekte. Und das waren nicht gerade wenig: Die Stadt profitiert seit 1986 von der Städtebauförderung und konnte über 30 Maßnahmen verwirklichen. Außerdem wollte man den Besuchern zeigen, dass diese Fördermittel auch für private Sanierungsvorhaben zu bekommen sind. Interessierte erhielten eine eigens aufgelegte Broschüre.


Ausstellung und Broschüre

Mit der Besucherresonanz zeigte sich der Hallstadter Bürgermeister sehr zufrieden. In Anbetracht des schönen Wetters, das manche sicher zu anderen Freizeitaktivitäten verlockt habe, habe ein reges Kommen und Gehen in der Marktscheune viel Interesse dokumentiert. Positiv erwähnte Söder zudem, dass die Besucher sehr interessiert gewesen seien und die Gelegenheit zu Fachgesprächen genutzt hätten.


Fünf Projekte in Bamberg

Auch die Stadt Bamberg nahm aktiv am "Tag der Städtebauförderung" teil. Unter dem Motto "Aus Liebe zum Quartier" hatten Bürger Gelegenheit, fünf verschiedene Projekte in Augenschein nehmen. Die größte Anziehungskraft übten das ehemalige Kloster St. Michael aus, wo über die Baustelle für die bevorstehende Kirchensanierung informiert wurde, sowie die Möglichkeit, an einer Führung durch das frühere Schaeffler-Gelände teilzunehmen.
Wie Vesna Plavsic vom Stadtplanungsamt der Stadt Bamberg weiter berichtete, waren auch die drei anderen Anlaufstellen in der Weltkulturerbestadt gut frequentiert: die sogenannte Kultur-Gärtnerei in der Färbergasse, die neue Baskidhall im Stadtteil Gereuth und die Baustelle an der Oberen Brücke, an der bekanntlich gerade die beiden stadtseitigen Bögen saniert werden.