Telefonbetrüger haben am Montagnachmittag Schmuck im Wert von mehr als 40 000 Euro erbeutet. Eine 60-Jährige ließ sich täuschen und übergab ihr Hab und Gut an einen Unbekannten, teilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken mit. Die Polizei warnt eindringlich vor derartigen Betrugsmaschen.

Die 60-Jährige hatte am Montagnachmittag einen Anruf von angeblichen Justizmitarbeitern erhalten. Ihre Tochter habe angeblich einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine französische Staatsbürgerin ums Leben kam. Nun müsse die Tochter an Frankreich ausgeliefert werden. Die 60-Jährige könne die Auslieferung durch die Übergabe von Bargeld oder Schmuck verhindern. In größter Sorge um die Tochter begab sich die Geschädigte zu einem Treffpunkt und übergab den Schmuck an einen ihr unbekannten Mann. Als sich die Frau an die Justiz wendete, um sich nach dem Verbleib ihrer Tochter zu informieren, wurde der Betrug aufgedeckt. Die Kriminalpolizei Würzburg nahm die Ermittlungen auf.

Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich "Callcenterbetrug" und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 die Präventionskampagne "Leg'auf!” gestartet. Ziel ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie "Enkeltrickbetrug" und "Falsche Polizeibeamte" und "Schockanrufe" zu informieren.

Die wichtigsten Tipps:

1. Legen Sie auf. Wählen Sie die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz beziehungsweise ob tatsächlich Verwandte in Not sind.

2. Wichtige Daten von Personalausweisen und Reisepässen nie am Telefon übermitteln. Die Polizei oder andere Behörden erfragen solche Daten nicht telefonisch.

3. Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben.

4. Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen.

5. Die Täter können mittels Call-ID-Spoofing jede Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110, auch nicht mit Vorwahl.

6. Sprechen Sie mit Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen.

Weitere Infos: www.polizei.bayern.de/unterfranken/schuetzenvorbeugen/senioren/index.html/322685 red