Küps — Groß war der Jubel, als der Bezirksvorsitzende der Oberpfalz und stellvertretender Präsident des Nordbayerischen Musikbundes die Ergebnisse der Wertungsspiele verlas. Mit 91 von 100 Punkten erkämpfte sich das Küpser Orchester mit seinem Dirigenten Wolfgang Riedel die "Auszeichnung" in der Höchststufe.
Dieser Schlachtruf war auch bei der anschließenden Feier im Festzelt des Bundesbezirksmusikfestes und auf der Heimfahrt zu hören. Das Wertungsspiel in Bärnau war in vielerlei Hinsicht extrem. Zum einen fand es exakt eine Woche nach der feierlichen Einweihung des Probenheimes statt. Die Probenarbeit für die Wertungsspiele und die Vorbereitung für das große Einweihungsfest stellten eine enorme Doppelbelastung für viele Musiker dar.

Wetter spielt nicht mit

Proben mit dem nötigen Feinschliff fanden bis zum letzten Tag vor dem Wettbewerb statt. Zum anderen trat man als einziges Höchststufenorchester beim Wertungsspiel in Bärnau an. Aus Erfahrung wusste man, dass die Wertungsrichter genau hinhören würden, wenn ein Orchester sich in dieser Kategorie zeigen wird. Leider waren die klimatischen Bedingungen am Wertungsspiel-Tag alles andere als ideal. Ein feuchtwarmes Klima wie in einem tropischen Gewächshaus schlug den Küpsern im Betonbau der Grundschule in Bärnau entgegen. Hier eine exakte Intonation zu halten, würde sich als schwierig erweisen. Zudem wurde die Situation nicht besser, als sich der eigentliche Auftritt wegen Verzögerungen in der Organisation immer weiter nach hinten verschob und die Musiker auf ihr Wertungsspiel fast eine Stunde warten mussten.
Doch auf der Bühne entpuppte sich der Klangkörper routiniert. Vergessen war die stressige Vorbereitung, die zweistündige Anfahrt mit dem Bus, die Wartezeit und das schwüle Wetter.
Alle Musiker waren konzentriert und riefen ihr ganzes Können ab. Mit dem Pflichtstück "Crescent Moon", von Jan van der Roost geschrieben und einem japanischen Orchester gewidmet, eröffneten die Küpser das Wertungsspiel.
Der aufgehende Mond ist in der japanischen Kultur ein wichtiges Symbol und präsentiert Freude und Frieden sowie die Hingabe zum Kampf. Eine gewaltige Ouvertüre in jedem Fall, die den Musikern einiges abverlangte. Mit der Auswahl des Wahlstückes "Cartoon" von Paul Hart bewies Dirigent Wolfgang Riedel das richtige Händchen. Erinnert man sich an die alten Zeichentrickfilme von Walt Disney oder der Warner Brothers, zu denen "Tom und Jerry"-Filme zählen, entsprechen diese Melodien quasi der Filmmusik zu diesen Zeichentrickserien.

Mit Effekten entstehen Bilder

Hörte das Publikum genau hin, wurde es in die Welt von Verfolgungsjagden und einem erbitterten Versteckspiel entführt. Eine willkommene Abwechslung für die Zuhörer, die im Anschluss kräftig Beifall spendeten. Das Küpser Orchester geht in diesem Jahr noch nicht in seine wohlverdiente Sommerpause.
Neben dem anstehenden Zeltlager der Bläserjugend laufen noch die Vorbereitungen für das große Freischießen-Konzert am Pavillon in Kronach am Samstag, 16. August, ab 19 Uhr. Erst danach will man sich eine kurze Verschnaufpause gönnen, bevor Anfang September die Vorbereitungen für das Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen des Orchesters anlaufen werden. red