Fürchte die nicht; Denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.

D as sind alte Worte. Uralt. Ich habe sie in der Bibel gefunden. Da sagt einer: Schön, dass du da bist.

Aber zunächst sagt er: Fürchte dich nicht. Hab' keine Angst. Schau mutig in die Zukunft. Das tut gut, wirklich gut in der momentanen verrückten Zeit. Corona bringt alles durcheinander. Es wird zwar immer mehr wieder erlaubt, aber die Hygiene- und Sicherheitsauflagen nerven viele. Keiner weiß, wie lange das alles noch andauert. Und manche leiden besonders unter dieser Krise. Die Pandemie deckt auch Missstände auf, aber wird sich als Konsequenz wirklich etwas ändern? Und schließlich: Kommt eine zweite Welle oder nicht?

Es ist eine verrückte Zeit. An vielen Orten brodelt es: in Honkong etwa oder auch an anderen Orten in der Welt. Rassistische Vorkommnisse erschrecken uns. Es ist schon eine verrückte Zeit.

Und jetzt sagt einer: Früchte dich nicht. Hab' keine Angst. Schau auf Gott. Da ist Hoffnung. Da ist ein Ziel. Da ist der Weg zu einem guten Miteinander trotz aller Einschränkungen.

Ich habe dich erlöst, sagt er. Du bist mein, sagt er. Schön, dass du da bist, sagt er. Ja, Gott kennt jeden einzelnen. Er nimmt uns an der Hand.

Wir können sein Angebot wohl ausschlagen. Wir können uns von ihm abwenden; denn er hat uns einen freien Willen gegeben. Doch Gott bleibt sich treu. Er hält zu uns. Er gibt uns Menschen nicht auf. Deswegen kam Jesus Christus auch auf diese Erde. Er redete nicht nur. Er handelte. Er redet und handelt nach wie vor, auch wenn er nicht mehr leibhaftig da ist.

So ist Gott. Er streckt seine Hand nach uns aus. Er ruft uns. Er ruft uns beim Namen. Keiner ist ihm egal, auch wenn es manchmal so aussehen mag. Er lässt keinen allein, auch wenn wir ihn manchmal nicht verstehen oder fragen: Gott, wo bist du?

Er gibt uns Mut. Er gibt uns Zuversicht. Er hilft uns auch durchzuhalten und durchzukommen in dieser verrückten Zeit.

Fürchte die nicht; Denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.

Ulrich Rauh, Jahrgang 1956, ist evangelischer Pfarrer in Walsdorf und Burgebrach (Landkreis Bamberg) sowie Seelsorger im Krankenhaus.