803 Kinder wurden 2016 bei 712 polizeilich aufgenommenen Schulwegunfällen in Bayern verletzt. Einen tödlichen Schulwegunfall gab es in Bayern 2015 und 2016 nicht mehr. Dennoch ist Vorsicht geboten, wenn am 12. September das neue Schuljahr beginnt und sich rund 106 000 Kinder in Bayern erstmals auf den Weg zur Schule machen. Darauf weist die Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach hin.
Auf die Erstklässler kommen viele neue Aufgaben zu. Bevor es aber mit der Schule losgeht, muss erst der Schulweg gemeistert werden. Und das ist gar nicht so leicht, denn jeder Schulweg sieht anders aus.
Eines gilt aber für alle neuen Wege, egal, ob diese zu Fuß, per Bus oder mit dem Auto bewältigt werden: Eltern - oder andere Verantwortliche - sollen mit den Kindern den sicheren Schulweg üben - vor dem ersten Schultag - und auch danach viel für die Sicherheit ihrer Kinder tun, denn jeder Schulweg soll sicher sein. Die letzten Tage der Sommerferien bieten sich an, um den Kindern die Besonderheiten auf ihrem Schulweg zu zeigen, Verkehrssituationen durchzusprechen und richtige Verhaltensweisen einzustudieren. Die Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach empfiehlt im Einzelnen:

1. Auswählen: Eltern sollten für ihre Kinder den sichersten Schulweg auswählen. Oft lohnt sich ein kleiner Umweg, wenn dadurch zum Beispiel Ampeln oder von Schülerlotsen betreute Wege genutzt werden können.
2. Vormachen: Mutter oder Vater sollten den ausgewählten Weg vor dem ersten Schultag mit dem Kind abgehen und schrittweise ihr demonstrativ vorbildliches Verhalten erklären. Der Weg sollte zu der Tageszeit und an einem Wochentag begangen werden, an dem auch das Kind zur Schule unterwegs sein wird.

3. Lernen lassen: Das Kind darf unter der Aufsicht der Eltern selbstständig Lösungen und Verhaltensweisen vorschlagen. Die Eltern unterstützen das Kind mit Lob, korrigieren es mit Geduld und geben ein gutes Beispiel.

4. Üben: Der richtige Weg und das richtige Verhalten sollten mehrfach vor dem ersten Schultag geübt werden.
5. Überprüfen: Bevor das Kind alleine zur Schule geht, sollten Eltern darauf achten, ob es am Bordstein immer anhält, Blickkontakt mit dem Fahrzeugführer sucht, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer berücksichtigt, die eigene Absicht deutlich anzeigt und die Geschwindigkeit von Fahrzeugen abschätzen kann.

6. Zeit lassen: Die Eltern sollten ihr Kind immer so rechtzeitig auf den Weg schicken, dass es ihn in Ruhe bewältigen kann, auch wenn mal etwas dazwischenkommt.

7. Sicherheit durch Sichtbarkeit: Die Kinder sollen so angezogen sein, dass sie auch bei schlechtem Wetter gut von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden können.
8. Sicher fahren und sicher aussteigen lassen: Wenn die Eltern ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen müssen oder von der Schule abholen, muss für jedes einzelne Kind ein geeignetes Rückhaltesystem vorhanden sein. Geparkt werden sollte stets so, dass das Kind sicher die Schule erreichen kann und keine anderen Kinder gefährdet werden. Der kürzeste Weg vom Auto zum Schulhaus ist deshalb nicht immer der sicherste.

9. Mit dem Fahrrad erst nach bestandener Fahrradprüfung: Der Schulweg mit dem Fahrrad ist besonders gefährlich. Ein Kind sollte erst mit dem Fahrrad alleine in die Schule fahren, wenn es die Fahrradprüfung erfolgreich absolviert hat. red