Der Lastwagen hing schräg über der Mittelleitplanke, ein süßlich-fauliger Geruch lag in der Luft und in den im kilometerlangen Stau stehenden Fahrzeugen sah man besorgte Mienen.
Der Reifenplatzer eines mit Erde und Kehrgut beladenen Lastwagens sorgte am Dienstagmorgen für erhebliche Behinderungen auf dem Frankenschnellweg. Im Pressebericht der Verkehrspolizei ist von einem lauten Knall die Rede, der "das rollende Dasein eines Lkw-Reifens" beendete und drei Unfälle auslöste.


Niedergewalzt

Ein 27-jähriger Kraftfahrer aus Coburg war demnach mit seinem Sattelzug auf der A 73 in Richtung Süden unterwegs. Um 8.40 Uhr hatte er gerade die Anschlussstelle Möhrendorf passiert, als mit einem lauten Knall der linke Vorderreifen des 40-Tonners platzte. Und jetzt setzte eine Kettenreaktion ein.
Schlagartig verzog es den Sattelzug nach links, er prallte gegen die Mittelschutzplanken und walzte sie auf einer Länge von 50 Meter nieder. Durch die Wucht des Aufpralls wurde laut Mitteilung der Polizei "jede Menge Erdreich und Schotter aus dem Mittelstreifen auf die Gegenspur geschleudert".
Diese Schmutz- und Steinfontäne traf das Auto eines Studenten aus Neuburg. Weil dieses dadurch beschädigt wurde, hielt der Fahrer auf dem Seitenstreifen an, um den Schaden aufnehmen zu lassen.
Er wollte gerade sein Warndreieck aufstellen, als eine junge Forchheimerin mit ihrem Auto den Renault des Studenten rammte. Ihr BMW musste abgeschleppt werden.


Feuerwehren reinigten

Auch in Fahrtrichtung Nürnberg blieb der geplatzte Lkw-Reifen nicht ohne Folgen, wie im Pressebericht weiter vermeldet wird.
Der Sattelzug hatte 16 000 Kilogramm Straßenschmutz geladen, der sich auf alle Fahrbahnen Richtung Süden verteilte. Für die Reinigungs- und Bergungsarbeiten wurden neben der Autobahnmeisterei die Feuerwehren Möhrendorf, Bubenreuth und Baiersdorf gerufen.
Während eine Kranfirma den havarierten Sattelzug barg, versorgte das BRK den Kraftfahrer, der sich eine Schürfwunde zugezogen hatte.
Während die A 73 in Richtung Bamberg laut Polizei schnell wieder freigegeben werden konnte, blieb sie in Richtung Nürnberg noch bis gegen 15 Uhr gesperrt. Im Stau, der sich schnell gebildet hatte und sich mehrere Kilometer hinzog, kam es zu einer dritten Kollision.
Da blieb es aber bei einem kleinen Auffahrunfall. Die Beteiligten hatten sich bereits geeinigt, bevor die Polizei eintraf. Der Sachschaden des Unfalls wird von der Polizei in der Summe auf 40 000 Euro geschätzt. bp/pol