Mit sechs zu zehn Stimmen hat der Stadtrat Hollfeld der kommunalen Verkehrsüberwachung zugestimmt: Nach Meinung der Mehrheit der Stadträte soll künftig der ruhende und fließende Verkehr überwacht werden. Um dies durchführen zu können, ist eine Zweckvereinbarung zwischen der Stadt Hollfeld und der Stadt Marktleuthen abzuschließen.

Nachteile für Einzelhandel

Gegen die Überwachung sprach sich Stadtrat und Geschäftsmann in der Langgasse Richard Spreuer aus. Er betreibt eine Bäckerei und bat darum, dass die Überwachung so gestaltet wird, dass die Geschäfte keine Nachteile bei den Kurzeinkäufern erfahren würden. Er fürchtet, dass sonst die letzten Kunden vertrieben werden. Auf der einen Seite spreche man beim Einzelhandels-Entwicklungskonzept von der Belebung der Innenstadt, auf der anderen Seite bewirke man mit der Verteilung von Strafzetteln das Gegenteil.

Michael Schatz argumentierte ähnlich. Die richtigen Sünder erreiche man meist sowieso nicht. Die Stadt Marktleuthen wolle doch in Hollfeld Geld verdienen und werde somit entsprechend überwachen und durchgreifen. Schatz ist der Meinung, dass Geschwindigkeitsanzeigen mehr erreichen würden als die geplante Überwachung.

Georg Röhm widersprach Spreuer und forderte ihn auf, er dürfe sich als Politiker von einzelnen Klientelen nicht leiten lassen. Er habe sich für die Masse einzusetzen. In Hollfeld seien genügend kostenfreie Parkplätze vorhanden.

Johannes Röhm weitete seine Unterstützung noch aus. Es soll nicht nur die Langgasse, sondern auch die Siedlungsstraßen überwacht werden. Besonders schlimm sei die Situation auf dem Parkplatz in der Eiergasse, wo Besitzer und Beschäftigte stundenlang parkten. Er wünsche sich, dass Nägel mit Köpfen gemacht werden. Gerhard Thiem widersprach der Überwachung.

Auf Grund seiner beruflichen Tätigkeit sei er viel unterwegs und müsse feststellen, dass viele Gemeinden im Landkreis von der Überwachung wieder abgewichen seien. Er bedauert, dass im Stadtrat erneut Beschlüsse gefasst werden, die Bürger finanziell belasten. Markus Täuber plädierte für härteres Durchgreifen. Die Überwachung sei zwar eine unliebsame Entscheidung, aber in seinen Augen notwendig. Hartmut Stern sieht der Überwachung gelassen entgegen. Seit zehn Jahren werde das Problem diskutiert. Jetzt sollte man dies ausprobieren und bei schlechten Erfahrungen innerhalb der drei Monate wieder kündigen. gel