Zum Artikel "Durchfahrt ist weiter möglich" im FT vom 22. November ging folgende Lesermeinung ein: Der Bauausschuss des Herzogenauracher Stadtrats findet, dass am Marktplatz zu viele Autos herumfahren. Seh ich genauso. Aber machen könne man dagegen nichts. Sehe ich anders. Was mich am meisten überrascht hat: Alle Stadträte gehen offensichtlich davon aus, dass Autoverkehr gottgegeben ist und sich - vermutlich murrend - einfach woanders bewegen würde, wenn man ihn an einer Stelle ausbremst.

Doch Menschen bewegen sich wie Wasser: Verkehr fließt, wo es am einfachsten ist. Die überlebenswichtige Verkehrswende gelingt nur mit einer Kombination aus Unbequemlichkeit für den motorisierten und Förderung des umweltfreundlichen Verkehrs.

Was das erwähnte Groningen geschafft hat: Die Leute sind umgestiegen, weil sie mit dem Rad deutlich schneller und bequemer vorankommen als mit dem Auto. Heute beträgt der Radverkehrsanteil in Groningen 69 Prozent. In Herzogenaurach soll im Jahr 2020 wenigstens 25 Prozent des Binnenverkehrs mit dem Rad stattfinden, das hat der Stadtrat vor einigen Jahren beschlossen. Ich bezweifle, dass das gelingt. Mit kleinmütigen Beschlüssen jedenfalls nicht. Ursula Walther

Herzogenaurach