Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule: "Königsfeld bietet von seiner Infrastruktur her für Familien gute Voraussetzungen", heißt es im Bebauungsplan für das neue Wohngebiet "Am Sonnengarten". Doch die demografische Entwicklung auf dem Land macht auch vor dem 1285-Einwohner-Ort nicht halt: Im Jahr 2016 betrug der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren 17,3 Prozent, 1987 waren es noch 23,5 Prozent. Bis zum Jahr 2033 könnte einer Entwicklungsuntersuchung zufolge der Anteil auf 14 Prozent sinken.

Baubeginn im Juni

"Um dieser demografischen Entwicklung entgegen zu wirken, sollen insbesondere junge Familien angesprochen werden", heißt es weiter im Bebauungsplan.

"Es haben sich bereits Interessenten am Telefon gemeldet", sagt Bürgermeisterin Gisela Hofmann. Zehn Grundstücke sollen entstehen. Die zu erschließende Fläche, die Eigentum der Gemeinde ist, beträgt insgesamt 8250 Quadratmeter. Noch im Juni sollen die Bagger rollen. Dann will die beauftragte Ingenieursfirma Weyrauther aus Bamberg mit dem Kanal- und Straßenbau beginnen.

Grundstückspreise

In der nächsten Gemeinderatssitzung am 6. Juni werde ausführlich über Vergabekriterien für die Grundstücke, Erschließungskosten für die Gemeinde und Quadratmeterpreise diskutiert. Dem wolle die Bürgermeisterin nicht mit einer Kostenschätzung vorgreifen. Das Baugebiet "Am Sonnengarten" soll am nördlichen Ortsrand entstehen. Es wird von landwirtschaftlich genutzten Flächen im Norden und Westen sowie durch die Kreisstraße BA 11 im Osten umgrenzt.

Voran geht es auch mit dem Breitbandausbau - "endlich", kommentiert Gisela Hofmann. Denn nachdem die Gemeinde Königsfeld bereits in einem ersten Verfahren Förderung und Ausschreibung regelte, bewarb sich kein einziges Telekommunikations-Unternehmen um den Auftrag.

Breitbandausbau geht voran

"Da haben wir noch mal politisch Druck gemacht", erzählt die Bürgermeisterin. Nach einem Treffen von Ministerpräsident Markus Söder mit Vertretern der Deutschen Telekom und einem zweiten Förderverfahren durch die Gemeinde Königsfeld hat die Telekom den Auftrag nun angenommen. Laut Hofmann gebe es zwar nur noch einzelne Haushalte, die schnelleres Internet benötigten, darunter sei aber auch die Grundschule. Wann tatsächlich mit dem Ausbau des Glasfasernetzes begonnen wird, ist derzeit aber noch offen. Denn der Auftrag hat eine Ausführungsfrist von 48 Monaten. "Wenigstens passiert was", sagt Hofmann. "Die Grundschule ist uns aber sehr wichtig, da wollen wir eigentlich keine vier Jahre warten."

Fränkische-Schweiz-Rallye

In der jüngsten Gemeinderatssitzung bewilligten die Gemeinderäte außerdem erneut die Ausführung der ADAC-Rallye durch den MSC Fränkische Schweiz - wenn auch gegen vier Stimmen (neun Ja-Stimmen). "Das geht meistens nur relativ knapp durch", sagt Gisela Hofmann. Manche Räte seien aus Umweltgründen generell gegen den Motorsport, andere Gegner befürchten Arbeitserschwernisse für die Landwirte, die die Rallye-Wege für die Bewirtschaftung ihrer Felder nutzen. "Aber da hat der MSC in den vergangenen zehn Jahren immer mehr verbessert und über die Zusammenarbeit kann ich mich wirklich nicht beschweren", sagt Hofmann. Die Rallye durch die Fränkische Schweiz soll wieder im Oktober stattfinden.