München/Kronach — Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fühlt man sich durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Kampf gegen die Sonntagsarbeit gestärkt - und zwar nicht nur in Hessen. Der Pressesprecher der Gewerkschaft für den Landesbezirk Bayern, Hans Sterr, spricht von Optimismus, mit dem Verdi auch hierzulande in die nächsten Gespräche mit den Politikern gehen werde.
"Die Gewerbeverordnung gilt für viele Bundesländer. Sie gilt praktisch in der selben Form auch für Bayern", erklärt er, dass sich die Politik im Freistaat ebenfalls mit dem Schriftstück wird befassen müssen. Dass der Stein des Anstoßes hierfür aus Hessen kommt, hat für Sterr einen ganz einfachen Grund: "Wir konnten nicht klagen, weil es bei uns keinen aktuellen Fall gab." Als Mitglied der Allianz für den freien Sonntag freut man sich bei Verdi, "durch das Urteil eine stärkere Ausgangsposition" zu haben. Denn auch in Bayern gebe es Stellschrauben bei der Sonntagsarbeit, die nach Sterrs Meinung zurückgedreht werden müssen. "Der Ausbau der so genannten Marktsonntage wurde zuletzt verstärkt betrieben", nennt er ein Beispiel. Diese Markttage würden als Anlass genutzt, um verkaufsoffene Sonntage durchzuführen.

Probleme in Bayern

Ein konkreter Fall dieser Art, bei dem interveniert wurde, ist laut Sterr in Aschheim aufgetreten. Dort hatte ein Möbelhaus stets zum sonntäglichen Markt seine Pforten geöffnet.
"Dagegen wollen wir in Bayern angehen, denn die Sonntagsarbeit geht letztlich zu Lasten der ganzen Gesellschaft", ist er fest überzeugt. mrm