Limbach — Cousin Rudi hat bei der Hochzeit auf dem Schifferklavier den Schlager "Am 30. Mai ist der Weltuntergang" gespielt, "aber wir leben immer noch", zwinkerte Rita Firmbach, als sie von ihrer Trauung erzählte. Goldene Hochzeit feierten Emil und Rita Firmbach gestern, am Sonntag feiern sie in der Wallfahrtskirche, wo sie sich vor 50 Jahren am 30. Mai das Ja-Wort gaben.
Der Main hat sie zusammengeführt, denn Rita Firmbach, damals Zeißner, wuchs in Wipfeld auf. 16 Jahre alt war sie, als der Vater an die Schleuse nach Limbach versetzt wurde. "Die Tante Elsa hat mir dann gesagt, ich soll mal vorbeikommen, da kommen jetzt immer so hübsche Mädchen zum Milchholen", erzählte Emil Firmbach. Der Rat war goldrichtig, denn Emil gefiel nicht nur der Rita, er passte auch in die Familie, war er doch Schiffer mit Leib und Seele. Mit 13 Jahren war er Schiffsjunge auf dem Main, ein Jahr später ging es nach Duisburg auf die Rheinschiffe. Firmbach erwarb das große Schiffspatent für Binnengewässer und den Rhein, doch wechselte er später in die Verwaltung - das Wasser- und Schifffahrtsamt suchte Schleusenbeamte. Zwischen Frankfurt und Schweinfurt arbeitete er, später als Springer zwischen Mainz und Forchheim. Die ersten Ehejahre lebten die Firmbachs in Erlenbach am Main, sind dort Gründungsmitglieder der "Närrischen Vereinigung Wipfeld". "Vom Elferrat hab ich mich hochgedient zum Vortragenden", erinnert sich Firmbach - an der Wohnzimmerwand prangen die Faschingsorden und Ehrenzeichen bis hin zum "Till von Franken". Über Wipfeld zogen die Firmbachs wieder nach Limbach.
Zwei Töchter und einen Sohn haben die beiden, inzwischen auch sechs Enkelinnen. In Limbach engagierten sie sich intensiv: Emil Firmbach war 18 Jahre Kirchenpfleger, 24 Jahre Kassier in der Kirchenverwaltung. Seine Frau war immer da, wo sie gebraucht wurde, führte zeitweise den Haushalt von Pfarrer Kleinhenz mit. Verbunden fühlt er sich dem Gesangverein, wo er 20 Jahre lang aktiv war - und natürlich ist er Mitglied im Schifferverein Knetzgau.
Die Firmbachs genießen den Ruhestand, kümmern sich um Haus und Hof. "Die Mama macht die besten Bräten", schwärmen die Töchter, und hin und wieder gehen sie auf Fahrt: mit der "Simone" auf Deutschlands Flüsse, immer schön gemütlich - "da sieht man ganz neue Seiten von Deutschland," erzählt Rita Firmbach. sw