von unserem Redaktionsmitglied 
Michael Wehner

Bamberg — Ungewöhnlicher Ort für eine ungewöhnliche Sitzung: Der Konversionssenat entscheidet heute in den Räumen der Bereitschaftspolizei in der Pödeldorfer Straße über die Fortschreibung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Darin geht es auch um die umstrittene Zukunft der US-Immobilien und die Frage, wie viele neue Wohnungen die Stadt verträgt.
Wer in dem Entwicklungskonzept nach der so genannten Flynn-Area fahndet, stößt auf Seite 49 auf eine Grafik, die schon wiederholt beanstandet wurde: Statt 20 Häusern mit über 300 Wohnungen findet sich auf dem Plan hier nur noch Grünfläche. Auch die so genannten Offiziershäuser südlich der Natosiedlung fehlen, immerhin 33 Wohneinheiten.

Lösung des Wohnungsproblems

Die Bamberger Linke Liste (BaLi) warnt den Stadtrat, das Konzept ohne Veränderungen zu genehmigen und damit einen Prozess anzustoßen, der irgendwann mit dem Abriss einer großen Zahl von Wohnungen enden werde. "Diese Fortschreibung versäumt, eine der bedeutsamsten Aufgaben der künftigen Stadtentwicklung, nämlich die Lösung des Wohnungsproblems in Bamberg", sagt BaLi-Stadrat Heinrich Schwimmbeck. Schwimmbeck fordert, auch in dem neuen Entwicklungskonzept die Häuser der Flynn-Area sowie die Häuser der Offizierssiedlung wieder zu integrieren.

Für durchdachte Vermietungen

Auch die Bamberger Grünen sind mit den Eckpunkten des Rahmenplans noch nicht zufrieden. Deutlicher als bisher soll laut Ursula Sowa die Vorgabe herausgearbeitet werden, dass der Erhalt vor dem Abriss steht. Das bedeute nicht, dass alles auf einmal auf den Markt geworfen werden solle, sagt Sowa. Sie plädiert dafür, durch flexibel und strategisch gut durchdachte Vermietungen alle Gebäude zumindest in Teilen zu nutzen.

"Nicht mit Steuergeldern"

FDP-Stadtrat Pöhner begrüßt dagegen das "flexible Konzept der Stadtverwaltung". Es habe den Vorteil, leicht angepasst werden zu können. Eine "Finanzierung von Leerstand durch Steuergelder" lehnt Pöhner strikt ab.
In der Tat würde der Unterhalt sämtlicher US-Gebäude die Stadt sehr viel Geld kosten. Harald Lang vom Konversionsamt spricht von 2,5 Millionen Euro pro Jahr nur für die Frostsicherung der Liegenschaften.

Vor unsicherer Zukunft

Was der Stadt große Sorge bereitet: Die US-Armee hat bereits Wasserversorgung und Heizung für die Lagardekaserne abgestellt. Große Teile der Kaserne stünden damit vor unsicherer Zukunft.
Dagegen stellt sich laut Lang die Frage, was konkret mit den Häusern der Flynn-Area passiert, noch nicht.
"Wir haben die Flynn ja im Gutachterverfahren drin", beruhigt Lang. Mit diesem Ideenwettbewerb sollen für jedes Quartier Vorschläge entwickelt werden.