Bamberg — Begeisterung, Tatkraft, Mut, Freude, Verantwortung, Gottvertrauen - damit ist zusammengefasst, was Kolpingmitglieder miteinander verbindet und welchen Auftrag sie haben. Adolph Kolping starb am 4. Dezember 1865. Da liegt es nahe, an diesen Tagen in den Kolpingsfamilien an den Gründer zu erinnern und gemeinsam zu feiern.
Das Kolpingwerk ist ein internationaler katholischer Sozialverband und ist gegenwärtig in 61 Ländern der Erde tätig. Mit seinen rund 450 000 Mitgliedern, die in weltweit etwa 5800 Kolpingsfamilien beheimatet sind, zählt das Kolpingwerk zu den großen Sozialwerken der Katholischen Kirche. Die Kolpingsfamilie Bamberg, die im nächsten Jahr ihr 160-jähriges Jubiläum feiern kann, versteht sich als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft. Als Teil der Zivilgesellschaft gestalten und prägen Kolpingsfamilien das Gemeindebild und die Lebensverhältnisse der Menschen.
Weniger Rückblick als vielmehr Aktualität stand im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenktages. "Gedenken an Vergangenes darf nicht Selbstzweck sein. Es muss vielmehr Ausgangspunkt zur Gestaltung von Zukunft sein", umriss Wolfgang Burgis, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, dabei die aktuelle Bedeutung des Gedenktages. Er spannte noch einmal einen Bogen zwischen dem Wirken Adolph Kolpings und dem Heute. Dabei macht er deutlich, dass die Nöte seiner Zeit Kolping aufrüttelten und er gegen das Auseinanderbrechen der Familien, die Habgier der Industriellen und die Gleichgültigkeit der Kirche vorging.
Durch sein Engagement hat Kolping der Welt wieder ein menschliches Gesicht gegeben. Schon allein die Anwesenheit von rund 50 Mitgliedern aller Altersgruppen machte augenscheinlich deutlich, dass der Kolping-Gedanke in Bamberg aktiv und lebendig ist. Adolph Kolping hätte sicher große Freude an seinem so lebendigen Lebenswerk ...
Zum Kolpinggedenktag gehört auch, jene besonders zu ehren, die seit Jahrzehnten treu zu Kolping, seinen Überzeugungen und der Kolpingsfamilie stehen. Dabei spannte der Erste Vorsitzende den Bogen auf die diesjährigen Jubilare und zeigte dabei Parallelen wie Wertschätzung und Würde gegenüber dem anderen auf. Mit Urkunden und Geschenken geehrt wurden für 50 Jahre: Josef Sauer; für 40 Jahre: Regina Burgis, Wolfgang Burgis, Katharina Kuhn, Marianne Lotter, Monika Reus, Maria Sauer, Hannelie Seiler, Erika Seiler; für 25 Jahre: Fritz Flanse, Monika Flanse, Michael Weiß.
Die stellvertretende Vorsitzende Monika Flanse und Präses Heinz Oberle freuten sich darüber, vier Neumitglieder in die Gemeinschaft aufnehmen zu können. Flanse: "Wenn wir euch anschließend die Hand geben, dann soll das ein Zeichen sein, dass wir zusammengehören und eine Gemeinschaft bilden", und: "Als Erkennungszeichen dieser Gemeinschaft überreichen wir euch diesen Anstecker. Es soll aber kein gewöhnliches Abzeichen sein, sondern ein Markenzeichen dafür, dass man sich auf die, die es tragen, verlassen kann". Der Regens des Priesterseminars Martin Emge referierte über "Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts mehr". Josef Wachtler