Der Ausfall eines Gottesdienstes an Pfingsten würde im Gegensatz zu Weihnachten und Ostern keine große Empörung hervorrufen.
Mit dieser Feststellung ordnete Dekan Kilian Kemmer während der Gottesdienste in der voll besetzten Stadtpfarrkirche den Stellenwert des Pfingstfestes im Bewusstsein der Menschen ein.
Pfingsten als Erinnerung an den "Geburtstag der Kirche" vor 2000 Jahren in Jerusalem nimmt nach Ansicht des Dekans jedoch eine zu Weihnachten oder Ostern ebenbürtige Rolle ein. "Hätten die Jünger von damals so weiter gemacht wie vorher, gäbe es kein Christentum und keine katholische Weltkirche."
Das Wirken des Heiligen Geistes habe vielmehr die Jünger entflammt und bei aller Aufgabenlast nicht zu ausgebrannten Burn-out-Opfern werden lassen. "Wer heute Feuer und Flamme für die Kirche ist, brennt nicht aus, sondern verzehrt sich aus Liebe."
Den Heiligen Geist verglich der Dekan mit einem Navigationsgerät, das bereits bei der Taufe "die Route berechnet". Jeder sei frei, dieser Route zu folgen. Wichtig sei, dass am Ende des Lebens der Antrieb zum Guten auf den Straßen des Lebens dazu führt, dass "das Heilig- Geist-Navi" bestätigt: "Sie haben Ihr Ziel erreicht." NR