Pfarrweisach —  Gar nicht konträr ging es zu bei einem ökumenischen Gesprächskreis im Pfarrsaal von Pfarrweisach. Der evangelische Pfarrer Bernd Grosser aus Ebern und der katholische Pfarrer Stefan Eschenbacher aus Haßfurt beantworteten Fragen, die Pfarrer Manfred Greinke aus Fischbach als Moderator in den Raum gestellt hatte. Auch die Besucher hatten die Gelegenheit, Fragen im Zusammenhang mit der Ökumene an die Kirchenvertreter zu stellen. Der Singkreis Pfarrweisach unter Leitung von Klemens Albert sang dazwischen einige Lieder.
Pfarrer Greinke steckte zu Beginn den Rahmen für das Gespräch ab. Es solle darum gehen, in offener Dialogbereitschaft gut zuzuhören, einander zu verstehen und voneinander zu lernen. Sowohl Pfarrer Grosser wie auch Pfarrer Eschenbacher zeigten sich erfreut darüber, dass sich das Reformationsjubiläum, das in diesem Jahr begangen wird, zu einem konfessionsüberspannenden gemeinsamen Reformationsgedächtnis entwickelt habe, das in verschiedenen Christusfesten, wie etwa Ostern in Hofheim und am Reformationstag in Ebern, gipfelt. Auch wenn noch Klärungsbedarf bestehe, so sei man sich doch einig, dass der Blick auf die gemeinsame Basis Jesus Christus gerichtet sein müsse. In versöhnter Weise sollten die Unterschiede zwischen evangelisch und katholisch wahrgenommen, anerkannt und gelebt werden.
Unübersehbar sei allerdings, dass Ökumene in den Gemeinden herzlich und offen verlaufe, in der theologischen Diskussion allerdings ein Stillstand und auf der Ebene der Kirchenleitung doch noch Verlust- und Berührungsängste zu beobachten seien. Hoffnung gebe die gute Zusammenarbeit zwischen Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strom.
Einig waren sich die beiden Pfarrer auch, dass die Unterschiede in der Lehre der beiden Konfessionen nicht unnötig aufgebauscht werden sollten, sondern man sich in der pragmatischen Zusammenarbeit gegenseitig akzeptieren sollte. So könne Druck nach oben weitergegeben werden wie zum Beispiel in der Abendmahl- und Eucharistiegemeinschaft, wo die Menschen ihre Entscheidung längst getroffen hätten.
Pfarrer Greinke bemerkte abschließend, dass es eine völlig einheitliche Kirche von Anfang an nie gegeben habe, obwohl alle an den einen Gott glaubten und sich auf Jesus Christus beriefen. Einig war man sich auch bei den Besuchern des ökumenischen Gesprächsabends, dass man sich im Grunde den Streit um unterschiedliche Glaubenswahrheiten in Zukunft nicht mehr leisten könne. Man müsse mit der versöhnten Verschiedenheit leben und die christliche Botschaft nicht konfessionell rüberbringen.