Hackenberg und Cindy Dötschel Wie Ministerpräsident Markus Söder am Freitagmorgen in einer Pressekonferenz bestätigte, werden Schulen, Kindergärten und Krippen wegen der Ausbreitung des Corona-Virus ab Montag bis nach den Osterferien schließen. "Nach der Dienstbesprechung in der zweiten Pause haben wir unsere Schüler und Lehrer zeitnah über den Beschluss informiert", sagt Harald Weichert, Schulleiter des Frankenwald-Gymnasiums. Für den Montag ist eine Lehrerkonferenz angesetzt, in der besprochen wird, wie die abwesenden Schüler in den nächsten Wochen auf digitalem Wege unterrichtet werden sollen. "Die Schüler wurden aufgefordert, ihre Lehrbücher mit nach Hause zu nehmen und E-Books zu nutzen", berichtet Weichert. Die Schüler werden auf digitalem Weg Wochenarbeitspläne erhalten.

Lehrerkonferenz am Montag

Wie genau der Ablauf aussieht, wird am kommenden Montag in einer Lehrerkonferenz besprochen. Vor allem die digitalen Kommunikationskanäle werden in der kommenden Wochen eine entscheidende Rolle bei der Beschulung spielen. "Über das Portal ,mebis‘ können, je nach Kapazität, Räume eingerichtet werden", berichtet Weichert. Außerdem hat das Frankenwald-Gymnasium einen digitalen Schulmanager, über den der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern bis zu den Ferien aufrecht erhalten werden soll. An seine Schüler hat der Weichert eine klare Botschaft. "Es sind jetzt keine Ferien - ihr müsst euch kümmern und wir gewährleisten, dass materialgestützt von zuhause aus gelernt werden kann."

Was die Abiturprüfungen betrifft, wird derzeit noch an einer bayernweiten Lösung gearbeitet. "Für die Abiturienten wird definitiv kein Nachteil entstehen", versichert der Schulleiter. Das Frankenwald-Gymnasium werde sich an den Beschlüssen, die für ganz Bayern getroffen werden, orientieren. Für alle anderen Jahrgangsstufen werden die Schulaufgaben zunächst verschoben - die Notengebung könne zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt oder reduziert werden. Veranstaltungen, wie Elternabende oder das Unterstufentheater, finden in den nächsten Wochen nicht statt. Die Siegmund-Loewe-Schule trifft der Unterrichtsausfall nicht unerwartet. "Wir waren schon darauf gefasst und haben Szenarien für diesen Fall entwickelt", berichtet Schulleiter Uwe Schönfeld. Alle Schüler und deren Eltern hätten Zugang zum digitalen Informationssystem, das sie über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden hält.

Ein Schulmanager wird auf diesem digitalen Weg auch Unterrichtsmaterialien und Hausaufgaben individuell an die jeweiligen Schulklassen verteilen. "Unsere Schüler wissen, dass das kein Erholungsurlaub ist und sie sich den Stoff trotzdem erarbeiten müssen." Sowohl die Schüler als auch die Eltern seien allesamt einsichtig und kooperativ. "Alle wissen, dass der Unterricht trotzdem weitergehen muss. Es stehen ja auch Abschlussprüfungen an", erklärt Schönfeld.

Auch wenn der Unterricht in der Schule ausfällt, bleiben die Lehr- und Verwaltungskräfte in den kommenden Wochen nicht zuhause. "Wir sind ja auch verpflichtet, für die fünften und sechsten Klassen eine Notfallbetreuung zu gewährleisten, falls doch Kinder in die Schule kommen - auch nachmittags bis 16 Uhr", erklärt Schönfeld. Diese müssten dann möglichst weit auseinander gesetzt werden, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten."

Auch wenn die RS II gut auf den Ernstfall vorbereitet ist, bleiben noch viele Fragen offen. "Wir harren jetzt der Dinge, die da kommen und warten auf nähere Anweisungen vom Kultusministerium." So sei noch unklar, wie die Prüfungen nachgeholt werden, die in den Zeitraum bis zu den Osterferien fallen. "Die können unsere Schüler nun natürlich nicht ablegen." Nächste Woche soll es auch eine Elternsitzung geben.

Eine Ausnahmesituation wie diese hat der langjährige Leiter laut eigener Aussage noch nie erlebt. "Aber die ganze Schulfamilie trägt das mit. Wir überstehen das gemeinsam und gehen am Ende gestärkt aus dieser Situation hervor", ist sich Schönfeld sicher.