Die Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg sind gut aufgestellt und blicken optimistisch nach vorne. Das jedenfalls ist das Ergebnis des IHK-Konjunkturklima-Index, der entgegen dem oberfränkischen Trend gestiegen ist. "Nicht nur die derzeitige Geschäftslage, auch die Erwartungen haben sich verbessert", so IHK-Präsident und Gremiumsvorsitzender Heribert Trunk in der Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer. "Es geht voran - nicht nur im Landkreis, auch in Bamberg selbst werden nun die richtigen Weichen gestellt. Das spiegelt auch die Einschätzung unserer Unternehmen wider", erläutert der Präsident.
Die Unternehmen aus dem Raum Bamberg seien mit ihren aktuellen Geschäften zufrieden. Rund jeder Zweite berichte von einer guten Geschäftslage. Dem stünden lediglich sieben Prozent gegenüber, die derzeit unzufrieden seien. Die Werte hätten sich im Vergleich zum Herbst nochmals verbessert. "Zudem wird die Einschätzung von guten Umsatzentwicklungen im In- und Ausland gestützt", so Trunk. Auch für die kommenden Monate herrsche trotz vieler Unwägbarkeiten auf den Weltmärkten im Großen und Ganzen Optimismus. Insgesamt rechneten 25 Prozent der Unternehmen mit einer besseren Geschäftslage, zehn Prozent prognostizieren schlechtere Geschäfte. "Die Unternehmen blicken insgesamt zuversichtlicher in die Zukunft als noch im Herbst und lassen sich von diversen Unsicherheiten kaum aus der Ruhe bringen."
Für die Stadt Bamberg stimmt den Kammerpräsidenten vor allem die Aussicht positiv, dass auf dem ehemaligen Muna-Gelände nun neue Gewerbeflächen entstehen könnten, die die Wirtschaft in Bamberg so dringend benötige. Werden keine neuen Flächen ausgewiesen, fehlen bis zum Jahr 2025 rund 72 Hektar für die Neuansiedlung oder Erweiterung von Betrieben, so Trunk. "Viele Unternehmen wollen am Standort erweitern, wenn die Stadt ihnen mit den passenden Flächen eine Perspektive bieten kann. Ich bin mir sicher, dass das Muna-Gelände eine große Chance ist, Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in Bamberg zu halten und neu entstehen zu lassen. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung seitens der Stadt Bamberg. Dafür verdient die Stadtspitze die geballte Unterstützung aller."
In einem nächsten Schritt sei es dann aber auch dringend geboten, neuen Wohnraum in Bamberg zu schaffen. "Schon heute fehlen in großer Zahl attraktive und bezahlbare Wohnungen. Viele der 35 000 Menschen, die jeden Tag nach Bamberg zu Arbeit pendeln, würden sicher auch gerne in der Stadt wohnen, wenn Wohnraum nicht so knapp wäre." Volle Rückendeckung gibt Trunk daher auch einer Initiative der Bamberger SPD-Fraktion, welche die Stadtverwaltung beauftragt hat, die mögliche Unterstützung beim Wohnungsbau durch Förderprogramme des Bundes oder des Freistaats zu prüfen.


Schritt in digitale Zukunft

Als Signal wertet Trunk die Teilnahme Bambergs am Breitbandförderprogramm der Bayerischen Staatsregierung. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt in die digitale Zukunft. Bamberg war das letzte fehlende Puzzleteil, nun sind 100 Prozent aller Kommunen unseres Kammerbezirks in das Förderprogramm eingestiegen", freut sich der Präsident. "Damit geht Oberfranken in Bayern vorneweg und Bamberg springt auf den digitalen Zug mit auf."
Die Investitionen der Unternehmen aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg sollen voraussichtlich noch einmal leicht ansteigen. Ähnliches planen die Betriebe mit Blick auf ihre Beschäftigten, denn nirgendwo im Kammerbezirk wollen im Saldo so viele Betriebe ihre Mitarbeiterzahl erhöhen. "Damit setzt sich eine sehr gute Entwicklung aus dem vergangenen Jahr fort", erläutert Trunk. "Denn in der Stadt und dem Landkreis stieg zwischen 2014 und 2015 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlicher als in allen anderen oberfränkischen Regionen: in der Stadt um vier Prozent, im Landkreis um 2,5 Prozent."
In der Summe waren in Stadt und Landkreis Bamberg im Jahr 2015 rund 2900 Menschen mehr in Beschäftigung als noch ein Jahr zuvor. Die steigende Zahl der Beschäftigten sei ein guter Indikator für die positive Entwicklung der Wirtschaft. red