Seine Gwissenstreue hat ihn zum Märtyrer werden lassen. Eine Ausstellung über den Pallottinerpater Franz Reinisch ist ab Montag, 28. Oktober, im Bürgerzentrum Komm in Untermerzbach zu sehen. Die Ausstellung ist vom 28. Oktober bis 22. November im KOMM zu besichtigen. Eröffnet wird die Schau am Sonntag, 27. Oktober, um 15 Uhr. Die Gemeindeverwaltung gibt folgende Öffnungszeiten bekannt: Montag: 9 bis 11 Uhr; Dienstag bis Donnerstag: 16 bis 18 Uhr und Freitag: 10 bis 14 Uhr

Der Direktor des St.-Paulus-Heimes in Bruchsal, Markus Zepp, hat eine Ausstellung zu den Stationen des Lebens von Pater Franz Reinisch konzipiert, der 1942 hingerichtet wurde, weil der den Fahneneid auf Hitler verweigert hatte.

Reinisch bezog klar Stellung gegen deren menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten und suchte in seinen Predigten und Vorträgen die Konfrontation mit den Machthabern. 1940 wurde er daher von der Gestapo mit einem Predigt- und Redeverbot für das Gebiet des gesamten Deutschen Reiches belegt. Als er am 7. April 1942 die Einberufung zur Wehrmacht erhielt, stand sein Entschluss fest, auf Adolf Hitler keinen Eid abzulegen.

Bewusst ging er zu spät zu seiner Einberufung, verweigerte den Fahneneid, kam in Haft und wurde vor das Reichskriegsgericht gestellt.

Wegen "Zersetzung der Wehrkraft" wurde P. Reinisch zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 mit dem Fallbeil hingerichtet. In seinem Kampf für seinen Glauben und gegen die Unrechtsherrschaft der Nationalsozialisten war er bereit, auch den eigenen Tod in Kauf zu nehmen.

Für Pater Reinisch, der zeitweise auch in Untermerzbach im damaligen Kloster der Pallottiner wirkte, läuft seit Jahren ein Seligsprechungsprozess, der in seiner Diözese inzwischen abgeschlossen ist. Die Akten befinden sich inzwischen in Rom zur weiteren Bearbeitung.

Die Ausstellung über ihn, die aus 14 Rollups besteht, wird nun ab 27. Oktober für einen Monat in der Gemeinde Untermerzbach gezeigt. Franz Reinisch wurde am Fest "Peter und Paul" am 29. Juni 1928 in der Pfarrkirche St. Jakob in Innsbruck zum Priester geweiht. Bereits am 3. November 1928 wurde er, was in dieser Kürze der Zeit sehr selten vorkam, in das Noviziat aufgenommen. Die anderen Novizen hatten erst das Abitur hinter sich und das Theologiestudium vor sich.

Weil kein Dozent für philosophische Fächer zur Verfügung stand, musste P. Reinisch mehrere Monate lang philosophische Fächer dozieren. Er tat es in lateinischer Sprache nach den Lehrbüchern von Jesuitenpater Donat. Von Untermerzbach ging Reinisch dann zum Abschlussjahr in Theologie nach Salzburg.

Pallottinerpater Franz Reinisch hat nach seiner Priesterweihe in Wien vier Jahre lang in Untermerzbach studiert und in dieser Zeit nachweislich auch in Nachbargemeinden bei gottesdienstlichen Feiern mitgewirkt, so in Mürsbach und Zaugendorf. Seine letzte Hl. Messe, bevor er zur Einberufung nach Bad Kissingen abgereist ist, feierte er in St. Martin in Bamberg. red