von unserem Mitarbeiter Bruno Preissinger

Marktschorgast — In der Staudengärtnerei Sagert sind die Gartenarbeiten in vollem Gange. Die Ziergräser sind zurückgeschnitten, im Steingarten wurde welkes Laub entfernt. Noch ist Zeit, sich um die Nistkästen im Umfeld des Betriebes zu kümmern. Immerhin sind es 23 an der Zahl. Im Herbst, nach der letzten Brut, waren die Kästen bereits gereinigt worden, defekte Behausungen wurden entfernt und im Winter repariert.
Hans Sagert baut natürlich auch neue Nistkästen. Aus trockenem, 25 Millimeter dicken Fichtenholz - das hat sich bewährt. "Es ist wichtig, dass die Kantenlänge der Grundfläche 20 Zentimeter beträgt", erläutert der Marktschorgaster. Das Weibchen legt nämlich bis zu acht Eier. Sind die Jungen geschlüpft, sollten die Kleinen genügend Platz haben, um gut versorgt werden zu können.

Farbe lockt Nesträuber

Den richtigen Platz für einen Nistkasten zu finden, ist gar nicht so einfach. "Hat man jahrelang leere Kästen, passt irgendetwas nicht. Ein Umhängen wäre sinnvoll", schlägt der Fachmann vor. Ein angebundener, schaukelnder Kasten gehe schon gar nicht, und die Behausung sollte auch farblich auf die Umgebung abgestimmt sein. "Farbige Kästen locken nur Nesträuber an", weiß Sagert.
Stare liebten es gesellig und nisteten ohne Probleme nahe beieinander. Allerdings, so Sagert, beanspruche und verteidige der Star seinen Nistkasten, wenn er wieder zurückgekehrt sei. Wie so oft im Tierreich seien männliche Vertreter in der Überzahl. Viele Männchen hätten weder die Möglichkeit, ein Weibchen zu ergattern, noch ein Brutrevier zu besitzen. Meist seien es ein- oder zweijährige Stare, die dann im Sommer ein relativ unabhängiges Dasein fristeten. Stare brüteten zweimal kurz hintereinander. Nach der ersten Brut sei der Kasten total verschmutzt. Ungeziefer und Parasiten könnten sich eingenistet haben und die zweite Brut bedrohen. Ein Wechsel des Nistmaterials sei angesagt.
"Sollte das Reinigen durch einen ausgewachsenen Jungvogel verzögert werden, braucht der nur mal einen Schubs - und siehe da, er fliegt wie ein Alter", berichtet Hans Sagert, der dieses Szenario immer wieder einmal erlebt. Natürliche Nistmöglichkeiten wie verlassene Specht höhlen im Totholz alter Bäume sind rar für Höhlenbrüter, deshalb brauchen sie unsere Hilfe.
Jetzt wäre es noch an der Zeit.