Der Eintrag von reaktivem Stickstoff in Gewässer verursacht weltweit schwere ökologische Schäden. Umso wichtiger sind natürliche Reinigungsprozesse im Untergrund, die wenigstens einen Teil dieser Verschmutzung wieder beseitigen können. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Rennes in Frankreich, an der auch Hydrologen der Universität Bayreuth und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung beteiligt waren, kommt zu dem Schluss, dass die Kapazität vieler tiefer Grundwasserleiter, Nitrat zu entfernen, wohl höher ist als oft angenommen. Im renommierten Fachjournal "PNAS" stellen die Forscher eine robuste Methode zur Bewertung dieses Selbstreinigungspotenzials vor.

Reaktiver Stickstoff gelangt über stickstoffhaltige Düngemittel der Landwirtschaft sowie durch den Eintrag aus der Atmosphäre in den Boden. Dort wird ein Teil von Pflanzen aufgenommen, der Rest vor allem als Nitrat in tiefere Bodenschichten ausgespült. Er gelangt schließlich ins Grundwasser. Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat es nun mithilfe einer neuen Methode geschafft, das Reinigungspotenzial des Untergrunds zu bewerten.

Basis der Forschungsarbeit sind Daten zu Qualität und Alter des Grundwassers aus mehr als 50 Brunnen in Frankreich und den USA. Zur Überraschung der Wissenschaftler zeigten sich bei 80 Prozent der Brunnen Zeichen eines deutlichen Abbaus von Nitrat in der Tiefe. Die Wissenschafter führen das auf die Existenz von energiereichen Mineralien im Untergrund zurück.

"Dies ist auch deshalb eine gute Nachricht, weil Trinkwasser häufig aus Grundwasserleitern in großer Tiefe gewonnen wird", so Professor Stefan Peiffer von der Uni Bayreuth. red