An Heiligabend erfreut man seine Mitmenschen mit schönen Geschenken, und in solch einer vorweihnachtlichen Geberlaune präsentierte sich die A-Jugend des HSC gegen ein taktisch sehr gut eingestelltes, kompaktes, obwohl nicht in Bestbesetzung angereistes Team aus Leipzig.
Von Beginn an waren die Sachsen die bessere, klügere und gedankenschnellere Mannschaft. Die Gelb-Schwarzen zeigten große Moral, versuchten dagegen zu halten, doch irgendwie wirkte der ganze Spielaufbau gehemmt und gequält. Vor allem in den ersten 30 Minuten schien den Coburgern regelrecht Blei an den Füßen zu hängen.
Mit etwas mehr Dynamik starteten die HSC-Youngsters in die zweite Hälfte, aber so richtig kamen sie trotzdem während der ganzen 60 Minuten nicht ins Spiel, auch wenn man ihnen das Bemühen keinesfalls in Abrede stellen kann. Das 1:1 von Lukas Dude in der 2. Minute war das letzte Mal im Spiel, dass die HSCler den Ausgleich schafften - danach rannten sie vergeblich je nach Spielabschnitt einem Zwei-, Drei-, Vier- oder gar Fünf-Tore-Rückstand hinterher. Gelang gegen Großwallstadt gefühlt alles und stand das Glück zudem noch auf Coburger Seite, so wollte gegen Leipzig nicht sehr viel zusammengehen, und Glücksgöttin Fortuna hatte sich auch ganz schnell aus dem Staub gemacht.


Knauer gut gelesen

Der hervorragende Leipziger Torwart Simonsen hatte zudem offensichtlich den glück- und torlosen Jakob Knauer sehr gut studiert und konnte mehrere seiner Würfe entschärfen. Bereits nach sieben Minuten gab es eine Hiobsbotschaft für den HSC: Kreisläufer Nils Wendel musste nach einem Zusammenprall das Spielfeld mit einer klaffenden Wunde unter dem Auge verletzt verlassen.


Wendel mit klaffender Wunde

Christopher Härtl, Niklas Knauer und Jonas Wolter alleine konnten mit ihren Toren ein entscheidendes Manko der Gelb-Schwarzen im Angriff nicht wettmachen - meist ging es stur Klein-Klein durch die Mitte, die Außen verhungerten fast, und Würfe aus dem Rückraum wurden zu oft die Beute des DHfK-Blocks oder des Torhüters.
Umso effizienter dagegen war die Ausbeute der Leipziger mit Meyer-Siebert, Wenzel und Ruoff, die einen starken Auftritt hinlegten. Es war nicht der Tag der Coburger - sie kämpften tapfer gegen die sich abzeichnende Niederlage an. Unterstützt von Paraden ihres guten Torhütergespanns kamen sie auch immer wieder auf bis zu zwei Tore Rückstand heran (6:8, 13:15, 16:18, 18:20 und 19:21), doch die Wende im Spiel konnten sie nicht mehr herbeiführen.
Die Leipziger bewahrten Ruhe und behielten die Nerven, zu keinem Zeitpunkt kam wirklich das Gefühl auf, dass die Grün-Weißen das Spiel noch aus der Hand geben würden.
Der SC DHfK Leipzig entführte hochverdient mit einer geschlossenen Mannschafts-leistung zwei wichtige Punkte aus der HUK Coburg-Arena. Nach der Siegesserie der letzten Wochen sind die Gelb-Schwarzen wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Gegen ein Team wie das der Leipziger kann man allerdings auch verlieren, und dass die HSC-Spieler, von denen einige unter der Woche auch gesundheitlich angeschlagen waren, nach zuletzt überragenden Leistungen in Serie auch einmal einen schlechteren Tag haben können, sollten ihnen die Coburger Fans mit Nachsicht zugestehen.