Robert Engl und Kurt Bretting aus Hauptendorf macht der Wald südlich des Herzogenauracher Ortsteils Sorgen. Nicht nur die ausbleibenden Niederschläge sorgen dafür, dass Nadelbäume absterben. Dazu komme in Hauptendorf noch die Entnahme von Grundwasser für einen Gemüsebaubetrieb aus dem Nürnberger Knoblauchsland, der einige Hektar von einem Landwirt in Burgstall gepachtet und sich dort angesiedelt hat.

Denn Lauch und Zucchini benötigen zum Wachstum mehr Wasser, als der Regen in den hiesigen Breiten spende. Was lag da näher, als einen Brunnen zu bohren? Für das gepachtete Land muss das der Grundstückseigentümer genehmigen. Der Brunnen ist nun gebohrt. Er erlaubt eine Wasserentnahme bis zu 15 Metern Tiefe. Dadurch sinkt nach Meinung von Bretting und Engl der Grundwasserspiegel in diesem Bereich. Tiefer darf nur gebohrt werden, wenn die Nachbarn es schriftlich erlauben. Sowohl Engl als auch Bretting waren nicht dafür.

Gefahr der Verseuchung

Vom Brunnen sind Leitungen zur Bewässerung der mit Gemüse bepflanzten Ackerflächen verlegt. Stand der Motor zum Abpumpen des Wassers zu Beginn noch frei im Gelände, so musste er wegen der Gefahr der Verseuchung des Grundwassers zumindest mit einer Wanne gesichert werden. Inzwischen steht er in einem Blechcontainer. Das Wasserwirtschaftsamt hatte eine beschränkte wasserrechtliche Genehmigung erteilt. Die Auflagen hat das Landratsamt Erlangen-Höchstadt zu kontrollieren.

Am Anfang gab es keine Wasseruhr, um die Menge der Wasserentnahme zu kontrollieren, diese ist jetzt angebracht. Inzwischen wurde auch ein großer Wassertank errichtet, um das Wasser zu speichern und bei Bedarf an die Pflanzen zu bringen.

Da das ganze Gelände eine Höhenlage aufweist, nehmen Bretting und Engl eine Absenkung des Grundwasserspiegels wahr. Bis vor rund drei Jahren war noch Wasser in den Gräben zwischen den Äckern zu finden. Durch das Abpumpen des Grundwassers sind sie nun komplett ausgetrocknet. Auch der Wald leidet unter dem sinkenden Grundwasserspiegel. Sowohl Robert Engl als auch Kurt Bretting nehmen vermehrt Trockenheitsschäden in ihren Wäldern wahr.

Jörg Hofmann von Bio-Gemüse-Hofmann in Nürnberg könnte ohne zusätzliche Bewässerung kein Gemüse bei Hauptendorf anbauen. Die Entnahme von 9000 Kubikmetern Wasser pro Jahr wurde durch das Landratsamt Erlangen-Höchstadt genehmigt. Es erfolgte eine monatliche Wasserstandsaufzeichnung, die auch an das Landratsamt gemeldet wird.

Gewinn für die Lage

Hofmann zapft mit dem Brunnen eine Wasserader an. Der Brunnen hat 15 Meter Ruhewasserstand und 26 Meter Arbeitswasserstand. "Wir haben immer den gleichen Spiegel beim Wasser", betont Hofmann. Er sieht den Gemüseanbau als "Gewinn für die Lage dort oben". Es wurden Blühstreifen für die Insekten gesät, die bei der Befruchtung der Zucchini hilfreich seien. "Außerdem lassen sich auch wieder Kiebitze blicken", stellt Hofmann fest. Er verwendet für den Gemüseanbau weder Herbizide, Fungizide noch Pestizide und sieht das Gelände durch seine Anbaumethode auch als CO2 -Speicher.