Coburg — Wegen dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung mussten sich Dennis F. und Stefan L. aus Bad Rodach gestern vor dem Jugendschöffengericht Coburg verantworten. Als Nebenklägerin trat die Mutter des Unfallopfers auf. Am Nachmittag stand fest: Stefan L. kommt mit einer Geldstrafe davon, Dennis F. erhält eine Bewährungsstrafe.
Den beiden jungen Männern wurde vorgeworfen, in der Nacht des 22. August 2014 leichtsinnig einen Autounfall provoziert zu haben, bei dem die 16 Jahre alte Freundin von Dennis F. getötet wurde. In besagter Nacht befand sich gegen kurz nach 1 Uhr der 20 Jahre alte Stefan L. mit seinen Freunden nach einem Kinobesuch auf dem Weg nach Hause. In zwei Autos fuhren sie in Neida auf den gleichaltrigen Dennis F. auf.
Während sich der Opel-Fahrer zum Sachverhalt nicht äußern wollte, sagte Stefan L. aus. Dennis F. sei nach dem Ortsausgag Neida, auf dem 100 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, "sehr langsam" gefahren, weshalb Stefan L. mit dem Audi seiner Eltern zum Überholen ansetzte. Daraufhin habe Dennis F. beschleunigt. "Ich war total erschrocken, als ich nach rechts geschaut habe und er immer noch neben mir war, und habe nochmal Gas gegeben", erinnerte er sich. Das bemerkten auch seine Freunde im BMW dahinter, die sahen, wie Stefan L. plötzlich rechts blinkte und offenbar wieder einscheren wollte.


Die Autos berührten sich

"Wir haben ihm dann Lichthupe gegeben", sagte Fahrer Patrick H. Stefan L. scherte trotzdem nach rechts ein, weil er dachte, an Dennis F. vorbei zu sein. Der befand sich aber noch immer direkt neben ihm. Es kam zu einer Berührung der Fahrzeuge, in deren Folge Dennis F. die Kontrolle über seinen Opel Calibra verlor und gegen einen Baum prallte. Die Unfallteilnehmer schafften es, Dennis F. aus seinem völlig zerstörten Opel zu befreien, indem sie den Anschnallgurt zerschnitten. Seine Beifahrerin und Freundin Lea verstarb noch an der Stelle.
Laut Unfallgutachten war Dennis F. zum Zeitpunkt des Unfalls nicht nur genauso schnell wie der überholende Stefan L. Auch hätte der Opel den Baum nie erreicht, wenn er anstelle der erlaubten 100 km/h nicht mindestens 130 km/h schnell gewesen wäre. Während Stefan L. mit einer Geldstrafe davonkam, wurde Dennis F. zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. "Trotzdem ist mir unklar, ob Sie Reue zeigen oder nur Mitleid mit sich selbst haben", betonte Richterin Hinz. sh