Zu Beginn des neuen Jahres erhielt die Umweltstation des Landkreises Lichtenfels in Weismain gleich zwei sehr erfreuliche Nachrichten. Zum einen kann sie sich weiter mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" schmücken. Diese Auszeichnung kam vom Bayerischen Umweltministerium. Zum anderen wurde ihr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des neuen Unesco-Programmes "BNE 2030" die nationale Auszeichnung "Bildung für nachhaltige Entwicklung" verliehen.

Landrat Christian Meißner sieht damit den Weg bestätigt, den der Landkreis und der Kreistag schon vor über 20 Jahren eingeschlagen hatten: "Mit der Umweltstation können wir seit der Eröffnung 1999 niederschwellige und an unsere Region angepasste Umweltbildungsangebote für die gesamte Bevölkerung machen."

Von Beginn an ist im Konzept die Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, verankert. Dahinter verbergen sich weltweit von der Unesco definierte Ziele, die Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt ermöglichen sollen. Das Motto "Global denken, lokal handeln", das schon den Agenda-Prozess der 90er Jahre prägte, gilt noch immer und wurde vor einigen Jahren durch 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable s ergänzt.

Doch wie kann dieses "Klimakonferenz-Englisch" in die Alltagswelt von Schulen, Haushalten oder Betrieben übersetzt werden? Hier sieht der Leiter der Umweltstation, Michael Stromer, mit seinem Team den wesentlichen Auftrag: "Die Zusammenhänge sind oft sehr komplex. Es gibt keine einfachen Antworten im Umgang mit Müll oder mit der Landschaft. Und so sind es eher die kleinen Beiträge, die kleinen Veränderungen von Gewohnheiten, die wir den Teilnehmern unserer Angebote vermitteln wollen." Als Beispiele nennt er die Kurse über die Nutzung selbst gesammelter Kräuter oder die Gespräche mit Schülern über die Länge des täglichen Duschens.

Dabei scheut die Umweltstation aber auch vor größeren Projekten wie der "Attraktivierung Kordigast" oder der "Öko-Modellregion Obermain-Jura" nicht zurück.

Was das Normalprogramm angeht, kann die Umweltstation auf die Förderung durch das bayerische Umweltministerium zählen. Sie muss aber jährlich beantragt und mit gezielten Angeboten hinterlegt sein. red