Der Klimawandel und die Trockenheit stellen an die Wasserversorgung große Herausforderungen. Damit konfrontierte Michael Belau von der Dienststelle Hof des Bayerischen Landesamtes für Umwelt die Mitglieder des Kulmbacher Kreistages und machte deutlich, dass sich das Grundwasser auf einem extrem niedrigen Niveau befindet. Nur dank des nassen Jahres 2017 sei die Lage nicht schon jetzt dramatisch.

Belau zeigte die Abweichung von Temperatur und Niederschläge von 1881 bis 2018 für Deutschland auf. 2019 war das wärmste Jahr in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen. Weltweit war es fast 0,6 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Und im klimatologischen Rückblick auf 2020 stehe fest, dass es eines der wärmsten Jahre in Deutschland und Ende des bisher wärmsten Jahrzehnts war. Wie belau erklärte, sind bei der Grundwasserneubildung in Bayern von 1951 bis 2018 die Defizite im Niederschlag entscheidend.

Die Landwirtschaft anpassen

Das Bayerische Landesamt für Umwelt will mit weiteren Handlungsfeldern die Resilienz erhöhen. Dazu nannte Michael Belau die Schaffung natürlicher Ökosysteme wie zum Beispiel den Waldumbau sowie eine Landnutzung mit einer angepassten Landwirtschaft und einer technischen Infrastruktur mit einem Hochwasserschutz und Niedrigwassermanagement. Weitere Handlungsfelder seien im Grund- und Gewässerschutz unter anderem, hochwertig nutzbare Vorräte zu schonen und zu erhalten sowie Trinkwasserschutzgebiete gegebenenfalls anzupassen.

Für Belau ist aber auch klar, dass der Umgang mit Wasser neu überdacht werden müsse. So gelte es zum Beispiel, Ressourcen unterschiedlicher Qualität jeweils zweckgebunden zu nutzen.

WGK-Kreisrat und MdL Rainer Ludwig verwies darauf, dass die Bayerische Staatsregierung der Wasserversorgung eine hohe Priorität einräume. Oswald Greim (Die Linke) sprach sich dafür aus, den Bau von Regenrückhaltebecken zu fördern. Landrat Klaus Peter Söllner (FW) hielt es für wichtig, dass der Kreistag mit dem Thema einer gesicherten Wasserversorgung konfrontiert wurde, doch Bauwerke für einen Regenrückhalt könne der Landkreis nicht schaffen: "Das ist nicht unsere Aufgabe!" Rei.